Forderung der muslimischen Gemeinde

Nach Verwüstung der muslimischen Gräber - Videokameras auf Friedhof installiert

Northeim (Niedersachsen): Nach Verwüstung der muslimischen Gräber - Videokameras auf Friedhof installiert
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Das muslimische Gräberfeld auf dem Northeimer Friedhof: Seit 2011 finden dort Beisetzungen statt. Mehr als 20 Menschen sind dort bereits zur ewigen Ruhe gebettet worden.

Videokameras überwachen die muslimischen Gräber auf dem Friedhof in Northeim (Niedersachsen), weil diese zuletzt verwüstet wurden. 

  • Videokameras am Friedhof Northeim (Niedersachsen) installiert
  • Zuletzt kam es zu Verwüstungen des muslimischen Gräberfelds 
  • Die Stadt Northeim reagierte auf Forderungen der muslimischen Gemeinde

Northeim –Zwei Videokameras haben seit Kurzem das muslimische Gräberfeld auf dem Friedhof in Northeim (Niedersachsen) im Blick. Sie sollen für den Schutz der Grabstellen sorgen, die schon zweimal – zuletzt Anfang Januar – verwüstet worden sind.

Videokameras auf Friedhof in Northeim (Niedersachsen): Forderung der muslimischen Gemeinde 

Mit der 1700 Euro teuren Installation der Kameras, die vom Verwaltungsausschuss der Stadt Northeim (Niedersachsen) beschlossen worden war, hat die Stadt auf Forderungen der muslimischen Gemeinden reagiert. Allerdings ist das eine Kehrtwende. Unmittelbar nach der jüngsten Verwüstung des Gräberfeldes hieß es aus dem Rathaus noch, eine Kameraüberwachung des Bereichs ist aus datenschutzrechtlichen Gründen wohl nicht möglich.

Das Konzept für die Aufstellung der Kameras sei in enger Abstimmung mit dem niedersächsischen Landesbeauftragten für Datenschutz erarbeitet worden, teilte die Stadt auf Anfrage mit.

Videokameras auf Friedhof in Northeim (Niedersachsen): Überwachung sonst nun an Bahnhöfen

Damit ist das muslimische Gräberfeld eine der wenigen öffentlich zugänglichen Plätze im Kreisgebiet Northeim (Niedersachsen), die per Video kontrolliert wird. Kameraüberwachung gibt es im öffentlichen Raum sonst vor allem an Bahnhöfen.

Schilder weisen die Friedhofsbesucher auf die Videoüberwachung hin. Sie findet nach Angaben der Stadt nur außerhalb der Öffnungszeiten des Friedhofs statt. Die Bilddaten würden 72 Stunden gespeichert und dann durch Überschreiben gelöscht. Eine Auswertung soll es nur im Bedarfsfall geben, wenn der Verdacht auf eine Straftat im Bereich der muslimischen Grabstellen besteht.

Diese und eine weitere Kamera fangen außerhalb der Friedhofsöffnungszeiten ein, was sich an den muslimischen Gräbern tut. 

Videokameras auf Friedhof in Northeim (Niedersachsen): Verbesserung der Sicherheit 

Die Kameras sind der zweite Schritt zur Verbesserung der Sicherheit in diesem Bereich des Friedhofs in Northeim (Niedersachsen). Ende Februar sind bereits 30 Zypressen gefällt worden, um so den Blick von der Bundesstraße 241, die am Friedhof entlang verläuft, auf das Gräberfeld freizumachen.

Die muslimischen Grabstellen auf dem Friedhof Northeim sind im November 2018 das erste Mal verwüstet worden. Unbekannte beschmierten damals Grabsteine mit Hakenkreuzen und anderen Symbolen. Am 8. Januar dieses Jahres wurden dann 13 von 20 Grabstellen auf dem Friedhof in Northeim (Niedersachsen) beschädigt. Unbekannte kippten Grabsteine um und rissen Grabschmuck sowie Pflanzen heraus.

Von Olaf Weiss

Integration geht auch nach dem Tod weiter. Das sehen die Stadt Northeim und auch die türkische Gemeinde so. Beide Institutionen verabredeten jetzt, dass auf dem Stadtfriedhof in Northeim (Niedersachsen) das erste rein islamische Grabfeld in Betrieb geht.

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