Vier Jahre lang brauchen Autofahrer gute Nerven

A7: Die wichtigsten Fakten zur Megabaustelle bei Northeim

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Großbaustelle im Überblick: Die neue Brücke, die die Bundesstraße 248 über die A7 bei Echte führt, entsteht. Rechts oben kommt künftig die neue B 248 zur Autobahnbrücke und wird links weitergeführt. Dafür mussten unter anderem Bäume weichen. Das Bauwerk soll Mitte 2019 fertiggestellt sein. 

Die A7 ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung und die längste Autobahn Deutschlands. Die Megabaustelle bei Northeim macht Autofahrern derzeit das Leben schwer. Das Projekt in Zahlen.

2 Bauwerke über die Autobahn werden für den Ausbau abgerissen und im Anschluss nicht mehr ersetzt. Dabei handelte es sich um ehemalige Wirtschaftswege. Ebenfalls werden zwei Wildbrücken bei Oldenrode und Hillerse gebaut.

3 Bauabschnitte sind für die Verlegung der Bundesstraße 248 notwendig. Sie befinden sich an der Lindenbergkreuzung bei Echte, am Harzhorn bei Oldenrode und kurz vor dem Ortseingang Ildehausen. Die Arbeiten dafür laufen aktuell überall parallel.

4 Jahre soll der Ausbau der Autobahn in der Region dauern. Auf die Einhaltung dieses Zeitplans blickt unter anderem die Kurstadt Bad Gandersheim ganz genau: Dort findet 2022 die Landesgartenschau statt. Außerdem werden vier Bauwerke über die Autobahn abgerissen und anschließend neugebaut.

18  Regenrückhaltebecken werden entlang der Strecke durch Via Niedersachsen gebaut. Sie sorgen dafür, dass bei Starkregen das Oberflächenwasser nicht direkt in die Gräben der umliegenden Städte und Gemeinden fließt.

29,2  Kilometer Autobahn werden durch das Konsortium unter laufendem Betrieb ausgebaut und modernisiert.

31  Bauwerke, die unterhalb der Autobahn langführen, werden abgerissen und neugebaut. Zwei davon werden nur verbreitert, fünf Stück werden ersatzlos abgerissen.

59,2  Kilometer Entwässerungsleitungen werden an der A7 verlegt.

Video aus dem Archiv: A7 als Autobahn des Grauens 

60 Kilometer ist die Strecke des Projektes in Öffentlich-Privater Partnerschaft (ÖPP) aufgerundet lang. Die Via Niedersachsen GmbH & Co. KG betreibt die Autobahn 7 von Göttingen bis nach Bockenem.

963 Kilometer ist die Autobahn 7 insgesamt lang. Sie führt von der dänischen Grenze in Ellund bis zur österreichischen Grenze bei Füssen.

40.000  Quadratmeter Schallschutzwände entstehen entlang der Autobahn in der Region.

Ob auch bei Northeim im Bereich des Freizeitsees eine Lärmschutzwand entsteht, hängt noch immer von der Politik und vom Bund ab.

380.000  Kubikmeter Erde werden abgetragen und beseitigt. Diese Menge wird für den Ausbau der A7 nicht mehr benötigt und dementsprechend auch nicht verbaut.

700.000 Quadratmeter Verkehrsflächen müssen für das Projekt zurückgebaut werden. Aktuell laufen dafür die Arbeiten an der Nordspur der Autobahn 7 in Richtung Hannover.

800.000  Kubikmeter Boden werden für den A7-Ausbau in sogenannten Einschnitten ausgebaggert und anschließend wieder in Dämmen eingebaut. Insbesondere diese Zahl erklärt auch den regen LKW-Verkehr.

1 Milliarde Euro – mehr Nullen, als in diese Zeile passen – Finanzvolumen hat das über 30 Jahre geschlossene ÖPP-Projekt. Während dieser Zeit kümmert sich Via Niedersachsen um alles: Winterdienst, Streckenkontrollen, Reinigung, landschaftspflegerische und verkehrssichernde Maßnahmen. 

A7 als wichtige Nord-Süd-Verbindung 

Die Autobahn 7 führt ganz vom Norden der Republik bis in den Süden. Die rund 963 Kilometer kann man mit Glück in acht Autostunden schaffen dann darf es aber auch keinen Stau geben.

Historisches Bild: Unmengen an Erde wurden für den Bau der A7 zwischen Northeim und Seesen bewegt. Dieses Foto entstand nahe der Anschlussstelle Northeim-Nord im Jahr 1956.

Die letzte Lücke dieser wichtigen Nord-Süd-Verbindung wurde im September 2009 im Allgäu geschlossen. Damit ist die Fahrt von Dänemark bis nach Österreich unterbrechungsfrei möglich.

Die Autobahn 7 wurde im Kreis Northeim in den 1950er-Jahren gebaut. Am 11. August 1956 titelte die Kasseler HNA "Täglich 200 000 DM für Nord-Süd-Autobahn". Zuvor war bei Northeim Schluss mit Autobahn und der Verkehr wurde auf die Bundesstraße 3 abgeleitet. Die A7 gilt heute als die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Bundesrepublik.

Übrigens: Dass Adolf Hitler die Autobahnen quasi erfunden hat, um die Arbeitslosen von der Straße zu holen, ist falsch. Die erste Autobahn wurde 1932 von Konrad Adenauer eröffnet. Er tat dies am 6. August als Kölner Oberbürgermeister mit der heutigen A 555. Nach der Machtübernahme der Nazis wurde sie wieder zur Landstraße erklärt, damit der Diktator sein Propagandaprojekt starten konnte. 

Baustellen, Sperrungen, Staus: In diesem A7-Spezial beleuchten wir die Autobahn des Grauens. Und hier lesen Sie eine Reportage über einen Megastau bei Hann. Münden.

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