Geschützter Raum für Queere

Einbecker will Treffpunkt für queere Menschen in Northeim etablieren

Regenbogenflagge
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Treffpunkt für queere Menschen in Northeim: Auch Landkreis Göttingen hat bereits Zentrum für Anhänger der LSBTI-Gemeinschaft

Der Landkreis Norheim unterstützt die Bemühungen, für sogenannte „queere Menschen“ eine Anlaufstelle zu schaffen. Initiator ist Ali Ahmad Danesh, der 2015 aus Afghanistan geflohen ist und heute in Einbeck lebt.


Northeim In seiner Heimat sei es undenkbar, dass sich Homosexuelle oder Menschen, deren geschlechtliche Identität nicht eindeutig männlich oder weiblich ist, öffentlich dazu bekennen, sagt er. In Deutschland sei das zwar nicht, wie in Afghanistan und vielen anderen muslimischen Ländern, verboten, aber auch hier gebe es Vorurteile und Ablehnung, was größtenteils auf Unkenntnis beruhe und leider oft über das Sich-lustig-Machen über geschlechtsneutrale Toiletten hinausgehe.

Nach dem Vorbild des Queeren Zentrums Göttingen (siehe Kasten) möchte der 30-Jährige, der ausgebildeter Mediengestalter ist, eine Einrichtung als geschützten öffentlichen Raum für Gespräche und Erfahrungsaustausch etablieren. Und er sei froh, dass er mit seiner Anfrage beim Landkreis Northeim auf offene Ohren gestoßen sei.

Landkreis unterstützt queere Menschen: „Northeim ist dafür der ideale Standort, weil es ungefähr in der Mitte des Landkreises liegt“

„Dass es einen Bedarf für ein solches Zentrum gibt, weiß ich durch meine Besuche im Queeren Zentrum Göttingen, wo ich viele Menschen aus dem Landkreis Northeim kennengelernt habe.“ Von der Idee, etwas Ähnliches auch hier vor Ort einzurichten, seien viele begeistert gewesen. Das habe auch das erste Treffen gezeigt, das bereits im Northeimer Café Dialog stattgefunden habe und bei dem er der einzige Teilnehmer mit Migrationshintergrund gewesen sei.

„Northeim ist dafür der ideale Standort, weil es ungefähr in der Mitte des Landkreises liegt“, sagt Danesh. „Wir möchten deutlich machen, dass wir ein Teil der Gesellschaft sind und laden auch interessierte nicht queere Menschen ein, uns kennenzulernen. Wir sind eine bunte Gruppe.“

Treffpunkt für queere Menschen: Auch Landkreis Göttingen hat bereits Zentrum für Anhänger der LSBTI-Gemeinschaft

Langfristig kann Danesh sich auch vorstellen, Kulturveranstaltungen auf die Beine zu stellen. „Aber wir fangen natürlich erst mal klein an. Beim nächsten Treffen ist ein Spieleabend geplant.“

Auch das Queere Zentrum Göttingen versteht sich als Infrastruktur für Menschen aus der sogenannten LSBTI-Gemeinschaft (lebisch, schwul, bisxuell, trans- und intergeschlechtlich) und möchte deren Zusammenhalt stärken sowie gemeinsame Interessen vertreten. Ziel der Einrichtung ist es, sich für mehr Sichtbarkeit, Akzeptanz und Gleichberechtigung vielfältiger Lebensweisen, sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten einzusetzen. (Kathrin Plikat und Niko Mökemeyer)

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