Justizvollzugsbeamter wurde verletzt

Northeimer Salafist soll JVA-Beamten mit Gabeln angegriffen haben

Der Northeimer Salafist Sascha L. soll in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg, in der er eine Haftstrafe absitzt, einen Vollzugsbeamten mit zwei Gabeln angegriffen haben.

Das berichten verschiedene Medien im Internet. Allerdings bestätigten weder die Generalstaatsanwaltschaft Celle noch das niedersächsische Justizministerium, dass es sich bei dem Angreifer um Sascha L. handelt.

Oberstaatsanwalt Bernd Kolkmeier, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft, sagte auf HNA-Anfrage lediglich, dass es einen solchen Angriff in der JVA Oldenburg gegeben habe und dass wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzungen ermittelt werde. Zu den Hintergründen der Attacke wolle man derzeit noch keine Angaben machen, so Kolkmeier, zumal er die Akten zu dem Vorfall, der sich am 13. Februar ereignet habe, erst am Dienstag auf den Tisch bekommen habe.

Sascha L. wurde im Februar 2017 in seiner Wohnung mitten in der Northeimer Fußgängerzone festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus wurden verschiedene Chemikalien und Bauteile zur Herstellung einer Bombe gefunden. 

Der damals 26-Jährige hatte eingeräumt, Polzisten oder Soldaten mit einer Bombe töten zu wollen. Im Dezember 2017 war er zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Vor fast genau zwei Jahren war den Ermittlern der Northeimer Polizei mit der Festnahme von Sascha L. in Northeim ein Schlag gegen die Salafistenszene in Südniedersachsen gelungen. Sie hatten den damals 26-jährigen Deutschen, der Jahre zuvor noch in der rechten Szene aktiv war und kurz vor seiner Festnahme zum Islam konvertierte, am 22. Februar nach langwierigen Ermittlungen unter dem dringenden Tatverdacht der Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat in seiner Wohnung festgenommen. 

Sascha L., der bereits damals mehrfach vorbestraft war, hatte zum Zeitpunkt seiner Festnahme bereits mit den Vorbereitungen begonnen, einen Sprengsatz zu bauen, mit dem er Soldaten oder Polizisten töten wollte. 

Der Beschuldigte hatte sich Gegenstände und Chemikalien verschafft, die zur Herstellung von Sprengstoff und Sprengvorrichtungen benötigt werden. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden Teile gefunden, die für den Bau einer Sprengvorrichtung geeignet waren, darunter auch elektronische Bauteile für die Herstellung einer Fernzündung. 

Die Staatsschutzkammer des Braunschweiger Landgerichts hatte Sascha L. im Dezember 2017 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Der Beschuldigte hatte das Urteil akzeptiert. 

Im Rahmen der Ermittlungen gegen Sascha L. hatten Spezialkräfte der Polizei einen damals 21-Jährigen aus Katlenburg-Lindau festgenommen, der dem Hauptangeklagten bei der Vorbereitung des Anschlags geholfen haben soll. Er wurde zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. 

Der 21-Jährige hatte sich während der Verhandlung selbst als Anhänger des Nationalsozialismus bezeichnet. Er habe sich Sascha L. verpflichtet gefühlt, weil dieser ihn über eine längere Zeit in seiner Wohnung aufgenommen hatte. 

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