Stadt soll mit potenziellem Veranstalter verhandeln

Northeim soll wieder großes Stadtfest feiern

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So voll war es früher bei den Northeimer Stadtfesten: Das Archivbild zeigt die Straße Am Münster im Jahr 2002 beim größten Stadtfest, dass die Kreisstadt erlebt hat, dem Tag der Niedersachsen 2002.

Northeim. In Northeim könnte es 2019 wieder ein großes Stadtfest geben. Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) erhielt im Ausschuss für Schule, Bildung und Kultur einen entsprechenden Verhandlungsauftrag.

Gebilligt wurde der Auftrag mit fünf Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und bei drei Enthaltungen. Nach Darstellung der Verwaltung strebt Rouven Hartmann (Abbesbüttel bei Braunschweig) mit seiner Agentur Emax Entertainment einen Vertrag über drei Jahre an. Die Stadt soll das Fest mit jährlich rund 50 000 Euro in Form von Finanzspritzen und Sachleistungen unterstützen. Das Konzept sieht ein dreitägiges Fest mit einem Unterhaltungsprogramm auf zwei bis drei Bühnen und der Beteiligung von „deutschen und internationalen Promis“ vor. Gastronomie, Foodtrucks, Imbisse, Kunsthandwerk, Karussells und Hüpfburgen sollen das Programm abrunden. Der Bürgermeister betonte, damit dürfe das kleine Stadtfest nicht gefährdet werden. Auch müssten örtliche Gastronomie, Schüler- und Sportgruppen eingebunden werden. „Wir würden es gerne sehen, wenn das legendäre Stadtfest reaktiviert wird“, unterstützte Malte Schober (CDU) den Vorstoß. Walter Keup (CDU) sagte: „Ein Jahr ist okay, aber nicht drei Jahre.“ Eckhard Ilsemann (FDP) lobte den Plan: „Wir freuen uns, dass der Bürgermeister den Mut hat, so etwas anzufassen.“ Armin Töpperwien (FUL) äußerte Kritik: „Ich habe den Eindruck, dass man die Kosten sozialisieren will, die Gewinne aber privatisieren.“ Er monierte die jährlichen Kosten von 50 000 Euro für die Stadt. „Das ist eine Hausnummer.“ Ausschussvorsitzender Hans Harer (Grüne) fand die Kosten ebenfalls zu hoch. Wolfgang Haendel (SPD) sagte, der Trend gehe eher zu kleinen Stadtfesten. Susanne Kosiolek-Sakuth (SPD) warnte vor einem Drei-Jahres-Vertrag: „Wenn das erste Jahr ein Flop wird, bleiben wir auf den Kosten sitzen.“

Hintergrund: 2004 fand das letzte große Stadtfest statt

Bis zum Tag der Niedersachsen im Jahr 2002 war die Stadt Veranstalter der Stadtfeste. In den Jahren 2003 übernahm ein privater Veranstalter das Stadtfest. Nach dessen Insolvenz kam im folgenden Jahr ein anderer privater Veranstalter zum Zuge. Es war das 20. Stadtfest. 2005 gab es kein Stadtfest mehr. Der Verwaltungsausschuss hatte die Veranstaltung aus Kostengründen abgelehnt. Ein Trachtenfest im folgenden Jahr vermochte die Lücke nicht zu schließen. 2007 wollte die CDU das Stadtfest wieder aufleben lassen. Ein Unternehmen aus Kassel wollte für 30 000 Euro die Veranstaltung übernehmen. Der Stadtrat sprach sich aber mehrheitlich dagegen aus. Seit dem Jahr 2011 findet alljährlich das sogenannte kleine Stadtfest auf dem Münsterplatz statt. 

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