Ein Jahr Bauzeit 

Northeims Stadtkirche  wird zur Großbaustelle

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Ausgeräumt: Einen ungewohnten Blick bietet die Northeimer St.-Sixti-Kirche. Das Kirchenschiff wurde ausgeräumt, damit die Arbeiten für den Einbau der Fußbodenheizung beginnen können. Zur Zeit laufen die Vorarbeiten für die staubdichte Einhausung der Gloger-Orgel. 

In Northeim wird die Stadtkirche zur Großbaustelle. Die Bauarbeiten sollen bis August 2020 andauern.

Die Innenrenovierung der Northeimer St.-Sixti-Kirche ist angelaufen. Das Gotteshaus, das zu den größten Hallenkirchen in Niedersachsen gehört, wird für ein Jahr nicht mehr nutzbar sein.

Los geht die Innensanierung der Northeimer Stadtkirche St. Sixti mit dem Einbau einer Fußbodenheizung. 1,2 Millionen Euro werden die Landeskirche Hannover und die Sixti-Gemeinde dafür aufbringen müssen, berichtet Dr. Christian Steigertahl vom Kirchenvorstand, wobei die Gemeinde mit 250 000 Euro dabei sein wird. Geld, das aus Rücklagen stammt, die die Gemeinde durch den Verkauf von Immobilien (Pfadfinderheim am Seldeweg, Gemeindehaus an der Teichstraße 38 und Sixti-Pastorenhaus am Entenmarkt) gebildet hat.

Damit die Arbeiten für die Fußbodenheizung starten können, sind viele Vorarbeiten nötig, berichtet Steigertahl. Wertvolle Kunstgegenstände müssen gesichert werden. So werden der Hochaltar, der Seitenaltar und die Kanzel luftdicht in Holzverschläge eingehaust.

Als Fachfrau wurde dafür die Göttinger Diplom-Restauratorin Viola Bothmann engagiert.

Orgel wird eingepackt

Auch die Gloger-Orgel aus dem Jahre 1721 wird einen staubdichten Sarkophag aus Holz bekommen. Für die Einhausung des über zehn Meter hohen Instruments baut eine Göttinger Firma für 15 000 Euro ein Gerüst auf. Die Einhausung selbst läuft dann unter Anleitung von Orgelbaumeister Jörg Bente aus Suthfeld bei Bad Nenndorf, der auch sonst die Orgel betreut.

Eingepackt: Diplom-Restauratorin Viola Bothmann aus Göttingen und ihr Helfer Frank-Peter Alpershausen verpacken den Hochaltar staubdicht. Foto: Axel Gödecke

Und natürlich musste für den Start der Arbeiten an der Fußbodenheizung das Gestühl aus der Kirche geräumt werden. Dabei packte der städtische Bauhof tüchtig mit an, freut sich Steigertahl. Die Bänke wurden in einem Raum des Friedhofsamts am Lohgraben eingelagert.

Steinboden statt Holz

Für den Einbau der Fußbodenheizung müssen sowohl der Parkett-Holzboden als auch die Sandsteinplatten, die im Mittelgang und in den Seitenschiffen verlegt sind, aufgenommen werden. Danach folgt die Verlegung der Heizungsleitungen. Später sollen darüber im gesamten Kirchenschiff Wesersandsteinplatten unter Verwendung der alten Exemplare verlegt werden.

Elektrik

„Wir möchten auch schon mit einem Teilabschnitt der Elektrik-Sanierung starten“, sagt Kirchenvorstand Steigertahl. So sollen Leitungen für die künftige Decken- und Innenbeleuchtung bereits mitverlegt werden. Diese Arbeiten werden mit 300 000 Euro zusätzlich zu Buche schlagen, die Hälfte davon tragen der Sixti-Förderverein und die Gemeinde.

Gottesdienst im Gemeindehaus

Die Gottesdienste finden ab sofort im Sixti-Gemeindehaus statt. Dort ist Platz für 100 Gäste. Besondere Gottesdienste laufen dank Unterstützung durch Nachbargemeinden in anderen Kirchen. So zum Beispiel die Osternacht in der katholischen Marienkirche, andere auch in der Corvinus- und Apostelkirche.

„Das nächste Konzert der Sixti-Kantorei, Haydns Schöpfung, wird am 7. Juni in der Stadthalle stattfinden.“

Fertig am 1. Advent

Steigertahl und Frank Wagner vom Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche sind zuversichtlich, dass der Bauzeitplan bis zum 1. Advent 2020 eingehalten werden kann.

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