Bekannt für seine „Panzarotti“

Italienischer Gastronom überraschend gestorben: Northeim trauert um „Bepi“

Jubiläum: Im Sommer 2006 feierte Bepi das 30-jährige Bestehen seines Restaurants in Northeim.
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Jubiläum: Im Sommer 2006 feierte Bepi das 30-jährige Bestehen seines Restaurants in Northeim.

Northeim trauert um einen italienischen Gastronomen. Er führte ein beliebtes Restaurant in der Stadt. Bekannt war er vor allem für seine „Panzarotti“.

Northeim – Es gibt und gab in Northeim wohl nur wenige Menschen, deren Namen einem sofort ins Gedächtnis schießen, wenn man nur ein einziges Wort hört. Einer dieser Menschen ist der Northeimer Gastronom „Bepi“, der wohl auf ewig mit dem Wort „Panzarotti“ verbunden bleibt.

Doch nun ist Northeim um einen dieser Menschen ärmer: Bepi, der eigentlich Guiseppe Lorenzon heißt, ist völlig überraschend im Alter von 75 Jahren gestorben. Und viele, viele Menschen haben in diesen Tagen vor allem in den sozialen Netzwerken ihre Trauer darüber zum Ausdruck gebracht.

Die Stadt trauert: Beliebter Besitzer eines Restaurants in Northeim ist gestorben

Fast jeder hatte eine Anekdote zu erzählen, die er mit Bepi erlebt hat. Kein Wunder, haben genau diese Anekdoten ihn im Laufe der Jahre zu einem echten Northeimer Urgestein werden lassen. Der immer fröhliche, ehrliche und hilfsbereite, manchmal aber auch etwas brummelige Bepi, dem die italienische Sprache auch nach Jahrzehnten noch immer näher lag als die deutsche, hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er auf seine Familie, seine Herkunft und vor allem auf das, was er in Northeim geschafft hat, stolz ist.

Seinen Wurzeln ist Bepi aber immer treu geblieben. Sei es durch seine Begeisterung für den italienischen Fußball oder die alljährlichen Urlaube bei den Geschwistern in der alten Heimat nahe Venedig.

Italienischer Gastronom „Bepi“ eröffnet in den 70ern ein Restaurant in Northeim

Wie viele Italiener, die Anfang der 1970er-Jahre nach Deutschland kamen, hatte Bepi 1974 an der Breiten Straße in Northeim zunächst ein Eiscafé eröffnet. Als dann nach und nach immer mehr italienische Spezialitäten wie Pizza und Pasta hinzukamen, wurde irgendwann aus dem Eiscafé ein Restaurant. Und das blieb es bis zur Schließung des Restaurants im Sommer 2014, als sich Bepi und seine langjährige Lebensgefährtin Sieglinde „Siggi“ Sander ein bisschen zur Ruhe setzen wollten.

Doch bei „ein bisschen“ sollte es auch bleiben, denn da waren noch immer diese besagte Panzarotti: Teigtaschen aus frittiertem Pizzateig, gefüllt mit gekochtem Schinken und Käse. Keine kulinarische Köstlichkeit, aber in Northeim halt Kult. Diesen Northeimer Kult-Snack haben Bepi und sein Team über Jahrzehnte bei jedem Fest aus ihrem Verkaufswagen heraus unter die Leute gebracht. Bis vor kurzem auch noch auf dem Rewe-Parkplatz an der Einbecker Landstraße. Dass Bepi vor allem auch ein großes Herz hat, bewies er unter anderem durch seine Unterstützung bei der jährlichen „Aktion Advent“ der HNA für Menschen, denen es schlecht geht. Dafür sagen auch wir, die Redaktion der Northeimer HNA „Grazie, Bepi!“. (Kathrin Plikat)

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