50 Jahre Städtepartnerschaft

Northeim und Tourlaville erhalten Friedensmedaille 

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Freude über die Auszeichnung: (von links) Jörg Dodenhöft, die stellvertretende Bürgermeisterin von Tourlaville Anne Cren, Tourlavilles Bürgermeister Gilbert Lepoittevin, der stellvertretende Northeimer Bürgermeister Wolfgang Haendel und Northeims Partnerschaftsbeauftragter Ditmar Goll.

Northeim. Seit 50 Jahren besteht die Städte-Partnerschaft zwischen Northeim und der französischen Stadt Tourlaville. Nachdem das Jubiläum Anfang Juli bereits in der Kleinstadt vor den Toren Cherbourgs gefeiert worden ist, gab es nun eine zweite Feier in der Northeimer Stadthalle.

Dazu war eine 25-köpfige Delegation aus der Normandie zu einem viertägigen Besuch nach Northeim gekommen.

Über die Feier berichten wir in Fragen und Antworten:

Was war der festlichste Moment?

Die Verleihung der Europa-Ehrenurkunde und der Friedensmedaille an die beiden Städte. Verliehen wurde beides durch das Forum Internationale Partnerschaften (Königswinter).

Das Forum würdigt damit die 50-jährigen Kontakte zwischen Northeim und Tourlaville, insbesondere die Jugendaustausche, die Kontakte auf sportlicher Ebene und im kulturellen Bereich. Hier vor allem das vom Leiter des Northeimer Nachwuchs Orchesters, Ditmar Goll, initiierte Kleeblattorchester, zu dem auch junge Musiker aus den beiden anderen Northeimer Partnerstädten Prudnik und Gallneukirchen gehören.

Dass weder Northeims stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Haendel noch Tourlavilles Stadtoberhaupt Gilbert Lepoittevin die Organisation vorher kannten, die ihre Städte ehrte, schmälerte bei den Anwesenden die empfangene Ehrung nicht. Northeim ist die erste Stadt in Niedersachsen, die diese Ehrung erhält. Insgesamt ist sie in den vergangenen drei Jahren 16-mal verliehen worden.

Wurde es beim Festakt auch emotional?

Ja. Den emotionalsten Moment lieferte Knut Ziesemann. Er berichtete – auf Deutsch und Französisch – von seinen Erlebnissen bei seinen ersten Besuchen in Tourlaville.

Knut Ziesemann

1966 begleitete er im Alter von 23 Jahren als Dolmetscher seinen Vater, der zum Northeimer Heimkehrer-Verband gehörte. Dieser schloss damals eine Partnerschaft mit den Tourlaviller „Anciens Combattants et Prisonniers“ (ACPG, ehemalige Kämpfer und Kriegsgefangene). Ein Jahr später gehörte er zur ersten Northeimer Jugendgruppe, die am Austausch mit Tourlaville teilnahm.

Sichtlich bewegt berichtete er, wie offen und freundlich er damals in seinen Gastfamilien aufgenommen wurde.

Was waren die heitersten Augenblicke?

Jürgen Reimer, der ebenfalls beim ersten Jugendaustausch in Tourlaville dabei war, hatte damals eine Kamera dabei. Er zeigte daraus einige Filmsequenzen, aber auch von Begegnungen in Northeim und Tourlaville in den 1970-er Jahren. Nicht nur, dass eine Reihe von Personen, die in der Stadthalle waren, auf der Leinwand wiedererkannt wurden, sorgte für Lacher.

Wofür wurden Geschenke verteilt?

Natürlich wurden Gastgeschenke ausgetauscht. Die Franzosen hatten ein vom Street-Art-Künstler sowie Schülern aus Tourlaville und Northeim gestaltetes Totem mitgebracht. Zur Erinnerung an die 50-jährige Partnerschaft überreichte Haendel dem Tourlaviller Bürgermeister einen Porzellanteller.

Außerdem wurden die Organisatoren des Besuchs der Franzosen und des Programms von beiden Städten mit Geschenken geehrt, darunter unter anderem die Dolmetscher.

Darüber hinaus hatte die Bürgermeisterin von Gallneukirchen ihren Amtskollegen aus Northeim und Tourlaville jeweils ein Geschenk geschickt. Ebenso hatte Tourlavilles Bürgermeister Lepoittevin Geschenke für sie, aber auch für den Prudniker Bürgermeister dabei.

Wurde bei dem Festakt nur zurückgeblickt?

Nicht nur, aber überwiegend. Wie sich die Kontakte zukünftig weiter entwickeln sollen, war kein Thema.

Haendel und Lepoittevin betonten aber in ihren Ansprachen, wie positiv es sei, dass im neuen Jahr der Sportleraustausch von mehreren Vereinen neu belebt werde. Auch der in diesem Jahr begonnenen Schüleraustausch der Gutenberg-Realschule (jetzt Oberschule) Northeim mit dem Collège Diderot hoben sie als positives Beispiel hervor.

Beide waren sich einig, Ziel der beiden Städte sei es nun, das 100-jährige Bestehen der Partnerschaft im Jahr 2067 zu erreichen.

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