Gegen Verkehrskonzept der Standortgemeinschaft

Widerstand formiert sich: gegen die "Verkleinerung" der Northeimer  Fußgängerzone regt sich Protest 

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Das Verkehrskonzept der Standortgemeinschaft sieht eine Verkleinerung der Northeimer Fußgängerzone vor. Dagegen formiert sich seitens einer Bürgerinitiative Protest.

Widerstand gegen die Vorschläge der Northeimer Standortgemeinschaft für ein Verkehrskonzept in der Northeimer Innenstadt, hat jetzt die Bürgerinitiative Fußgängerzone angekündigt.

Das Verkehrskonzept sehe vor, wieder Autoverkehr am Münster entlang und durch die Kurze Straße zu führen, ebenso sollen auf der Wieterstraße Autos fahren, die dann durch die Breite Straße Ost weitergeführt werden. 

„Parkplätze am Münster und beidseitig an der Breiten Straße sollen Autoverkehr anziehen. Parksuchverkehr ist also ausdrücklich erwünscht“, heißt es weiter.

Fußgänger würden so in die Seitenräume zwischen parkende Fahrzeuge getrieben. Schrittgeschwindigkeit fahre praktisch niemand, das Pflaster sorge für Lärm, Eltern können kleine Kinder nicht mehr laufen lassen.

Die Außengastronomie finde neben Autoverkehr statt und verliere an Attraktivität. Ziebarth: „Die Situation wird der Mühlenstraße ähneln. Wir glauben nicht, dass die Innenstadt dadurch attraktiver wird“, sagt Ziebarth, der zusammen mit Gerhard Noa die Stellungnahme verfasst hat.

Hohe Anzahl an Parkplätzen

Die Anzahl von Parkplätzen sei in Northeims Altstadt außerordentlich hoch, er selbst habe im Umkreis von 300 Meter vom Marktplatz 660 öffentliche Stellplätze gezählt, berichtet Ziebarth.

Dazu komme noch das Parkhaus im City-Center mit 600 Plätzen „Wenn 20 oder 30 Parkplätze durch das neue Konzept dazu kommen sollen, ist das relativ unbedeutend. 

Und da die Stadt durch die „Brötchentaste“ das Parken sehr großzügig subventioniere, könne das auch auf das Parkhaus City-Center, in dem fast immer Platz sei, ausgedehnt werden.

Attraktivitätssteigerung für Fußgängerzone

Eine Steigerung der Attraktivität der Fußgängerzone könne nach Auffassung der Bürgerinitiative nur durch mehr Menschen und weniger Autos erreicht werden, die Aufenthaltsqualität dürfe nicht verschlechtert werden, sie müsse vielmehr unter anderem durch Angebote für Familien mit Kindern verbessert werden. 

Noa: „Wir brauchen ein Leitbild für die Stadt, das sich von dem jetzigen für eine Autostadt unterscheidet. Angeboten werden sollten zum Beispiel naturnahe Grünflächen mit Wasser, Insektenhotels und mehr Sitzecken auch am Markt und Münster.“ 

Empfehlungen des Einzelhandel-Gutachtens

Der Northeimer Handel sollte lieber die Empfehlungen des Einzelhandel-Gutachtens von 2016 aufgreifen, in dem mehr Kooperation und eine „Dachmarke Northeim“ empfohlen wurden. Daran fehle es bis heute. 

„Anscheinend ist vergessen worden, dass ganz ähnliche Pläne des Stadtrates noch vor vier Jahren von einer Vielzahl von Bürgern durch ein Bürgerbegehren gestoppt wurden“, heißt es in einer Pressemitteilung. 

Die Bürgerinitiative hoffe, dass der Northeimer Stadtrat den Vorschlägen der Standortgemeinschaft nicht folgen wird: „Klimaschutz ist angesagt, dazu gehört auch die Verkehrswende mit weniger Autoverkehr“, so Ziebarth und Noa. 

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