Bewohner ziehen Mitte Juni ein

Northeim: Wohncontainer für Obdachlose sind da

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Wohncontainer: Dort sollen Mitte Juni die Obdachlosen einziehen. Das auf Bild erkennbare Dixieklo ist nicht für die Obdachlosen, sondern für die dort mit dem Aufbau beschäftigten Arbeiter.

Northeim. Auf dem Gelände des Garten- und Friedhofsamtes  am Lohgraben hat der Aufbau der Container begonnen, die als vorübergehende Unterkunft für Obdachlose dienen sollen. 

Der Einzug der Obdachlosen ist auf den 15. Juni verschoben. Das hat Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser der HNA auf Anfrage mitgeteilt. Noch müssten Restarbeiten ausgeführt werden.

Aufgestellt sind bereits sechs Wohncontainer. In den rund 15 Quadratmeter großen Stahlkisten sollen jeweils zwei Personen untergebracht werden. Möbliert werden sollen sie nach den Worten von Tannhäuser mit Betten, Tisch und Stühlen. Neben einem Spind soll es auch jeweils einen Kühlschrank geben.

In einem weiteren Container gibt es zwei Toiletten. Duschen sollen die Obdachlosen im ehemaligen Gebäude des Friedhofsamtes. In einem ehemaligen Sozialraum. Die Bewohner sollen außerdem die Möglichkeit bekommen, zu kochen. In dem Gebäude werde außerdem ein Hausmeister sein Büro bekommen.

Für die Tiere der Obdachlosen werde in einem ehemaligen Gewächshaus neben den Containern ein Quartier geschaffen. „Kein Tier bleibt auf der Strecke“, sagte Tannhäuser.

Die Suche der Stadt nach einem Grundstück für den Bau einer neuen Obdachlosenunterkunft ist noch nicht abgeschlossen. „Das ist nichts so einfach“, sagte Tannhäuser. „Aber wir sind dran.“

Es bleibe beim Zeitplan, dass die Container maximal zwei Jahre genutzt werden sollen. In dieser Zeit soll die neue Unterkunft fertiggestellt sein.

Die bisherige in der Mauerstraße hat die Stadt gekündigt. Zum einen kann sie aus Brandschutzgründen nicht mehr genutzt werden. Zum anderen war das Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohnungen für die Unterbringung von Einzelpersonen nicht ideal.

Schon um den Standort für die Container hatte es Auseinandersetzungen gegeben. Der von der Stadtverwaltung favorisierte Standort der ehemaligen Friedhofsgärtnerei Am Lohgraben war nach der Kritik, dieser Platz liege zu weit außerhalb, wieder verworfen worden. Die sowieso am Rand der Gesellschaft stehenden Obdachlosen würden dadurch auch geografisch an die Peripherie der Stadt gedrängt, hieß es.

Den von der Verwaltung ausgewählten Alternativstandort Am Eschenschlag zog das Rathaus ebenfalls wieder zurück, sodass wieder das Gelände der Friedhofsgärtnerei ins Spiel kam. Das völlig offene städtische Grundstück war ebenfalls auf Kritik gestoßen. Dass dort die Obdachlosen wie einst Angehörige von Naturvölker in früher Völkerschauen besichtigt werden könnten, lautete ein Vorwurf.

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