Vorwurf: Belästigung von Mitarbeitern

Disziplinarverfahren: Ministerium befragt Zeugen zu Landrat Wickmann

Michael Wickmann

Northeim. Ein Dreivierteljahr nach der Einleitung des Disziplinarverfahrens gegen Northeims Ex-Landrat Michael Wickmann kommt nach HNA-Informationen Bewegung in die Sache.

Im Januar sollen vier Mitarbeiter aus der Northeimer Kreisverwaltung vom Innenministerium in Hannover als Zeugen gehört werden. Wickmann wird sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Aus dem Ministerium waren keine Informationen darüber zu erhalten, wieso diese Zeugenbefragungen erst jetzt stattfinden. „In der Sache geht es ja darum, einen bestimmten Sachverhalt aufzuklären. Und dafür muss umfangreich ermittelt werden - das dauert eben seine Zeit“ sagte Ministeriumssprecher Matthias Eichler auf Anfrage. Die Frage einer möglichen zeitweiligen Untätigkeit des Ministeriums stelle sich aus Sicht des Ministeriums nicht.

„Und wie Sie wissen, darf ich zu Einzelheiten eines Disziplinarverfahrens und dessen Fortgang keine Auskünfte erteilen“, betonte Eichler. Wann das Verfahren abgeschlossen wird, ist damit weiterhin unklar.

Dass es Vorwürfe einer Mitarbeiterin gegen Wickmann gibt, war im Januar dieses Jahres bekannt geworden. Zu diesem Zeitpunkt war der Landrat wegen eines Ende September 2014 erlittenen Schlaganfalls bereits drei Monate krank geschrieben.

Es folgte eine Vorprüfung des Falls durch das niedersächsische Innenministerium. Ende März leitete es dann formal ein Disziplinarverfahren gegen den 63-Jährigen ein.

Wickmann ist seit Anfang September im Ruhestand. Er hatte nach seinem krankheitsbedingten Ausfall zunächst eine Rückkehr ins Kreishaus angestrebt, diese aber mehrfach verschieben müssen.

Im Juli hatte er dann beim Innenministerium in Hannover einen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand gestellt.

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