In einem Biergarten an der Rhume

Das Northeimer Bier kommt wieder - Ausschank im September

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Ein Schluck auf das gute Gelingen: Nach dem Ansetzen des Suds für das Northeimer Bier stießen die anwesenden Initiatoren (von links) Roy Kühne, Gerrit Weppner, Nico Weppner, Dieter Willamowski, Christian Schulze und der Braumeister der Duderstädter Heimatliebe-Brauerei Gabriel Ballüer gemeinsam an.

41 Jahre nach der Schließung der Northeimer Brauerei am Schaupenstiel im Jahr 1978 soll am Sonntag, 15. September, in der Kreisstadt erstmals wieder ein Pils ausgeschenkt werden.

Dessen Zusammenstellung lehnt sich zumindest eng an das Originalrezept der ehemaligen städtischen Brauerei an. Der Ausschank ist der erste Probelauf für den von Roy Kühne und sieben weiteren Mitstreitern geplanten Biergarten auf dem Siechenanger an der Rhume.

Gebraut wird das Bier in Duderstadt. 500 Liter haben Roy Kühne und seine sieben Mitstreiter in der Brauerei Heimatliebe von Ottobock-Eigentümer Hans-Georg Näder bestellt.

Abgefüllt werden sollen 300 Liter des Gerstensaftes nach den Worten von Dieter Willamowski, einem der Väter und Mütter der Wiedergeburt des Northeimer Bieres, in 1000 0,3-Liter-Flaschen. Die übrigen 200 Liter kommen in Fässer.

„Wir brauen eine Bierspezialität“, sagt Willamowski. Was nicht an diesem Premierentag ausgeschenkt und verkauft wird, kommt nach Kühnes Worten anschließend in den Handel.

Ohne Gerste geht es nicht: (von links) Nico Weppner, Roy Kühne, Christian Schulze und Gerrit Weppner beim Ingangsetzen des Malzvorgangs für das Northeimer Bier in der Duderstädter Brauerei.

Der Probelauf am 15. September, ab 15 Uhr findet nach Kühnes und Willamowskis Worten mit Bierzeltgarnituren der Feuerwehr und einem Bierwagen statt. Allerdings soll es dabei schon mehr geben als nur Bier. Auch kleine Snacks sind geplant – unter anderem Brot, das mit dem Biertreber, also dem Abfall des Brauprozesses, gebacken wird.

Biergarten nur an einem Tag geöffnet

Der Biergarten, für den die Macher das Gelände gerade herrichten, soll in diesem Jahr nur an diesem einen Tag öffnen. Richtig losgehen soll der Betrieb im nächsten Jahr. Ab April/Mai sind Öffnungszeiten samstags und sonntags, eventuell später auch freitags geplant. Dann soll es im Biergarten an der Rhume auch eine bessere Ausstattung und ein umfangreicheres Angebot, unter anderem mit Kaffee und Kuchen, geben.

Das Northeimer Pils soll ein typisch norddeutsches Bier gewesen sein, sagt Roy Kühne. Um dem Geschmack möglichst nahe zu kommen, wird nach seinen Worten für Pils wie damals eine Hefe aus Weihenstephan und Hallertauer Hopfen verwendet. Die Gerste für das Malz stammt aber nicht wie früher aus Vienenburg, Hildesheim oder Peine, sondern von einer Getreidebank. Und bis die geplante neue Brauerei in Betrieb geht, wird auch kein Northeimer Wasser verwendet.

Die Alte Brauerei von oben: Das wohl in den 1970er-Jahren entstandene Luftbild zeigt die Gebäude, die für den Bau des Brauereiparkplatzes weichen mussten.

„Wir wollen probieren, ob die Northeimer das annehmen“, sagt Roy Kühne zu der Biergartenidee. Zwei Saisons Zeit wollen sich die acht Freunde dafür Zeit nehmen. Sie setzen vor allem auf die verkehrsgünstige Lage am Schnittpunkt der Bundesstraßen 241 und 248. Als Parkplätze stehen der Scharnhorstplatz und (noch) der Mühlenanger zur Verfügung. Bei schlechtem Wetter soll der geplante Biergarten auf dem Siechenanger im nächsten Jahr geschlossen bleiben. Denn, so Roy Kühne, es wird keine überdachten Plätze geben. 

Homepage informiert Gäste

Eine Homepage soll die Gäste darüber informieren, ob geöffnet ist oder wird, kündigt Dieter Willamowski an. Wenn es so läuft, wie es sich die künftigen Biergartenbetreiber erhoffen, wäre der nächste Schritt der Ausbau der zum Siechenhaus gehörenden St.-Georgs-Kapelle zu einer kleinen Brauerei. Vorher müssten aber noch eine ganze Reihe von Fragen geklärt werden, unter anderem in Sachen Denkmalschutz. 

In jedem Fall ist die Kapelle bereits die Namenspatin des neuen Northeimer Bieres. Es wird unter dem Namen Georgs vermarktet. Der Biergarten bekommt ebenfalls diesen Namen. Nach dem Bau der Brauerei soll die Schaffung eines Restaurants der nächste – bereits geplante –Schritt sein.

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