Sanierung der Fußgängerzone: Northeimer Blick schweift nach Goslar

Ortstermin in Goslar: Begutachten die Fußgängerzone (v. l.) Oberbürgermeister Oliver Junk, SPD-Fraktionsvorsitzender Berthold Ernst, CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Roy Kühne, Mathias Brand (Tiefbauamt Goslar), Ratsherr Kurt-Rüdiger Kolberg (CDU), Anita-Maria Rolf (Stadtmarketing) und Behindertenbeauftragte Monika Nölting. Foto: Niesen

Die Sanierung der Fußgängerzone in Goslar kann ein Vorbild für Northeim sein. Diesen Eindruck nahmen Vertreter des Stadtrats von CDU und SPD, des Stadtmarketings und des Behindertenbeirats von einem Besuch der Kaiserpfalz-Stadt mit.

Goslar. Die Delegation schaute sich Goslars neu gestaltete Fußgängerzone an. Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser hatte allerdings seine Zusage, am Besuch teilzunehmen, zum Unverständnis der Delegation kurzfristig zurückgezogen.

Eingeladen hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, dessen Wahlkreis sich von Northeim über Osterode bis nach Goslar erstreckt. „Ich sehe meine Aufgabe auch darin, Netzwerke zu knüpfen. Man muss das Rad nicht neu erfinden.“

Wesentliche Erkenntnis: Auch mit vergleichsweise wenig Aufwand lassen sich gute Lösungen finden. Dabei hatte Goslar, das finanziell mit ähnlichen Schwierigkeiten wie Northeim kämpft, nach einem 100 000 Euro teuren Architektenwettbewerb, zunächst eine 16 Millionen Euro teure Luxussanierung ins Auge gefasst. Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) setzte jedoch eine abgespeckte Variante durch, die in kurzer Zeit weitgehend realisiert wurde. Junk: „Wenn wir das nicht gemacht hätten, würden wir in zehn Jahren noch über die Planungen reden.“ Ziel war, die gute Stube der Stadt zu einem Wohlfühl- und Erlebnisraum zu machen.

Zur Kostenreduzierung gehörte vor allem der Wechsel von teuren Natursteinen zu preiswerten Betonsteinen und der Verzicht auf Spezialanfertigungen wie speziell gestaltete Gully-Deckel. Lohn der Mühe: Für zwei Bereiche innerhalb der großen Fußgängerzone konnten die Kosten von 4,3 Millionen Euro auf 1,6 Millionen Euro gedrückt werden. Der von der Stadt zu tragende Eigenanteil der Stadt reduzierte sich von 3,8 Millionen auf 1,1 Millionen Euro.

Der Northeimer SPD-Fraktionsvorsitzender Berthold Ernst kritisierte angesichts solcher Erfolge die seiner Meinung nach festzustellende Untätigkeit des Northeimer Bürgermeisters: „Bei uns sind noch nicht einmal Zuschussanträge für die Sanierung der Fußgängerzone gestellt worden.“

Interessant fanden die Gäste aus Northeim auch, dass Goslar die Anlieger der Fußgängerzone nicht zu Ausbaubeiträgen herangezogen hat. Junk: „Wir haben die Grundsteuer B auf 460 Prozentpunkte erhöht. Damit hatten wir die gerechtere Lösung und waren die Diskussion los.“ (zhp)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.