Northeimer Bürger bringen Neustädter Hütte auf Vordermann

Einweihungsfeier an der renovierten Neustädter Hütte (von links): Egbert Stübe, Helga Stübe, Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser, Susanne Kosiolek-Sakuth, Förster Siegfried Arndt, Lisa Scholl-Jahre, Klaus Rickert und Dorit Rickert. Foto: Mönkemeyer

Northeim. Die Neustädter Hütte auf dem Kamm des Northeimer Wieters erstrahlt in neuem Glanz. Egbert Stübe und Klaus Rickert aus Northeim haben die Holzkonstruktion, die im Jahr 1974 errichtet wurde, und an der der Zahn der Zeit bereits erheblich genagt hatte, wieder auf Vordermann gebracht.

Die Idee dazu hatte Egbert Stübe, als er mit seiner Frau Helga bei einer Walking-Tour durch den Wieterwald auf die Sanierungsbedürftigkeit der Hütte aufmerksam wurde. Um zu verhindern, dass die das gleiche Schicksal ereilt wie die inzwischen abgebrochene Hütte am Philosophenweg, schlug der 68-Jährige, der bis zu seinem Ruhestand im Maschinenbau tätig war, seinem Nachbarn Klaus Rickert, der ebenfalls bereits im Ruhestand ist, vor, die Hütte zu renovieren. Der war von der Idee sofort begeistert. „Holz ist mein Hobby“, sagt der 69-jährige ehemalige Conti-Mitarbeiter, der in seiner heimischen Werkstatt über so ziemlich alle Werkzeuge verfügt, die man dafür benötigt.

Kurzerhand nahmen die beiden über die in der Nachbarschaft wohnende SPD-Ratsfrau Susanne Kosiolek-Sakuth Kontakt zur Stadtverwaltung auf stießen mit ihrem Vorhaben dort auf große Resonanz. Aus dem Etat von Förster Siegfried Arndt wurde das Material bezahlt - am Ende insgesamt 2500 Euro.

Bei der kleinen Einweihungsfeier bedankte sich der Northeimer Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser für das Engagement, dass die beiden an den Tag gelegt hätten.

„Die Renovierung war eine echte handwerkliche Herausforderung“, sagt Rickert, denn bei näherer Betrachtung der Hütte habe sich herausgestellt, dass der Arbeitsaufwand erheblich größer sein würde als angenommen.

Letztendlich investierten die beiden insgesamt 300 Arbeitsstunden, wobei sie vier Wochen lang zwischen der Werkstatt an der Fürst-Hardenberg-Straße und der Neustädter Hütte pendelten.

Die Dachkonstruktion bereitete das größte Kopfzerbrechen, denn aufgrund der Neigung war es schwierig, sich dort oben einen sicheren Halt zu verschaffen. „Aber Klaus hatte auch dafür eine Lösung“, sagt Stübe und lobt den handwerklichen Einfallsreichtum seines Mitstreiters.

Der ließ sich eine besondere Konstruktion einfallen, die bei den Bauarbeiten am Rand des Daches befestigt wurde und es möglich machte, Bretter so auf das Dach zu legen, dass die beim Anbringen der neuen Abdeckung als Stufen benutzt werden konnten.

Bei den Bauarbeiten stießen die beiden fleißigen Nachbarn übrigens auf ein Überbleibsel aus längst vergangenen Tagen. Bei genauerer Betrachtung entpuppte sich das Fundstück als Teil eines Bierkruges von der Abi-Abschlussfeier des Northeimer Wirtschaftgymnasiums aus dem Jahr 2002.

Von Niko Mönkemeyer

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