Vorstandsmitglied weist Forderung zurück

Northeimer Ditib-Gemeinde: „Wir werden nicht aus der Türkei gelenkt“

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Northeimer Ditib-Gemeinde: Bei der Einweihung der Moschee im Oktober 2015 waren neben Gemeindemitgliedern auch zahlreiche Gäste erschienen, darunter der CDU-Bundestagsabgeordnete Roy Kühne (vorne dritter von links), der jüngst von der Gemeinde gefordert hatte, sich von Erdogan zu distanzieren. 

Northeim. Die Northeimer Ditib-Gemeinde hat die Forderung, sie solle sich vom türkischen Präsidenten Erdogan distanzieren, als unberechtigt zurückgewiesen.

„Dass jetzt von einigen Politikern eine Distanzierung der Ditib-Gemeinde von Erdogan gefordert wird, ist einfach nur Stimmenfang kurz vor den Wahlen", schreibt das Northeimer Ditib-Vorstandsmitglied Müfit Pürtelas in einer Stellungnahme zu der vom Northeimer CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne erhobenen Forderung.

Pürtelas: „Solche Aktionen und die ständig negative Berichterstattung über die Türkei tragen nur dazu bei, die türkische Community in Deutschland zu isolieren und die Gräben noch weiter zu vertiefen.“

Ditib werde nicht aus der Türkei gelenkt, betont Pürtelas weiter. Das sei durch ein Gutachten des Landes Niedersachsen bestätigt worden. Ditib sei kein politischer Verein und werde sich auch nicht politisch instrumentalisieren lassen. Im Vorstand der Northeimer Ditib-Gemeinde, der alle drei Jahre demokratisch gewählt werde, sitzen nach seinen Worten Personen mit ganz unterschiedlichen politischen Ansichten.

Er erinnert außerdem daran, dass die Ditib-Gemeinden am Aufbau der Imam-Ausbildung an deutschen Hochschulen beteiligt sei. Es liege im Interesse von Ditib, dass deutschsprachige Imame ausgebildet werden.

Als scheinheilig hat der Vize-Kreisvorsitzende der AfD Northeim, Jens Kestner, die Forderung Kühnes bezeichnet. „Bisher hat der CDU-Abgeordnete sich nicht gescheut, das Rampenlicht mit dem Imam und den Mitgliedern der Gemeinde in Northeim zu suchen“, betonte Kestner. Erst jetzt, wo es opportun sei, sich von Erdogan und der Türkei abzugrenzen, entdecke Kühne sein Gewissen.

Kühne selbst äußerte sich auf Anfrage zufrieden, dass die Northeimer Ditib-Gemeinde ihre Unabhängigkeit erklärt hat.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Mittwochausgabe der Northeimer und der Sollinger HNA.

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