Prozess wegen gewerbsmäßigen Betrugs

Northeimer Ehepaar vor Gericht: Geld kassiert, ohne Ware zu liefern

Northeim. Wegen gewerbsmäßigen Betruges muss sich ein Ehepaar aus Northeim vor dem Amtsgericht der Kreisstadt verantworten. Die Anklageschrift umfasst 44 Fälle. Der erste Prozesstag am Dienstag endete ohne Urteil.

Die 21-jährige Ehefrau ist die Hauptangeklagte in diesem Prozess vor dem Northeimer Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, zwischen Dezember 2014 und Mai 2016 über verschiedene Internetportale Artikel zum Verkauf angeboten zu haben, ohne dass sie jemals die Absicht hatte, die Ware nach Erhalt des Kaufpreises den Käufern zukommen zu lassen.

Es handelt sich dabei unter anderem um Smartphones, Tablet-PCs, Kleidung und Schmuck, deren vermeintlicher Verkauf der Angeklagten einen Gewinn von insgesamt rund 16 000 Euro eingebracht haben soll.

Vor Gericht gab die Beschuldigte die Taten zu. Als Grund gab sie an, dass sie verschuldet sei.

Dem Ehemann der Angeklagten wird dabei Beihilfe vorgeworfen. Dieser bestreitet jedoch, etwas von den kriminellen Machenschaften seiner damaligen Freundin gewusst zu haben. Das Geld der Geschädigten wurde jedoch teilweise auf zwei Konten überwiesen, die auf seinen Namen liefen.

Zudem liegt dem Gericht ein Chatverlauf zwischen den inzwischen getrennt lebenden Ehepartnern vor. Darin fordert der Ehemann seine Frau auf, sie solle aufhören weiterhin Sachen im Internet zu verkaufen.

Der Beschuldigte betonte vor Gericht, er sei davon ausgegangen, dass seine Frau nur ihre privaten Sachen im Internet verkaufen würde und lediglich mit dem Verschicken der verkauften Güter in Verzug gekommen sei.

Das Gericht zweifelte an der Glaubhaftigkeit des Ehemanns, da es sehr unwahrscheinlich sei, dass der Angeklagte trotz gemeinsamer Wohnung und obwohl sie sein Konto benutzt hat, nichts von den Taten wusste.

Der Prozess wurde vertagt. Voraussichtlich erst in einigen Wochen wird dann jede der 44 Taten einzeln betrachtet und zahlreiche Zeugen werden vorgeladen. (ycw)

Rubriklistenbild: ©  dpa

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