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„Ich wünsche mir mehr Freiheit“

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Isabel (rechts) stemmt nicht nur Hanteln, um ihre Muskeln zu stärken, sondern kämpft sich zurück ins Leben: Trainerin Aylin unterstützt sie dabei und hat die Spendenaktion ins Leben gerufen.
Isabel (rechts) stemmt nicht nur Hanteln, um ihre Muskeln zu stärken, sondern kämpft sich zurück ins Leben: Trainerin Aylin unterstützt sie dabei und hat die Spendenaktion ins Leben gerufen. © Rosemarie Gerhardy

Die Northeimerin Isabel Slawig sitzt im Rollstuhl und wünscht sich ein behindertengerechtes Auto, damit sie mobiler und unabhängiger ist. Ihre Trainerin Aylin Akpinar hat nun eine Spendenaktion gestartet.

Northeim – Vor zwei Jahren ereilte die lebensfrohe Isabel aus Northeim ein Schicksalsschlag: Eine neurologische Erkrankung, die wohl schon seit Längerem in ihr schwelte, schlug zu und nahm ihr alle Kraft. „Ich kam anfangs gar nicht mehr aus dem Bett raus“, erinnert sie sich zurück.

Doch die 32-Jährige ist eine Kämpferin und vielleicht ist es auch ihre positive Lebenseinstellung, mit der sie nun an den Rollstuhl gebunden versucht, ein „normales“ Leben zu führen.

Dafür trainiert sie seit dem Frühjahr hart mit Aylin Akpinar, Clubmanagerin und Reha-Trainerin bei Easyfitness, und kann nun auch schon viel besser aufrecht im Rollstuhl sitzen.

„Dass ich solche Fortschritte mache, hätte ich mir vor einem Jahr noch nicht vorstellen können“, so Isabel, die sich bewusst für das Training in einem Fitnessstudio entschieden hat. Sie wolle auch beim Training etwas „Normales“ – mit Menschen zusammen sein, die über ganz alltägliche Themen reden.

Belasten würde sie, dass sie nie etwas spontan unternehmen könne, immer auf Hilfe angewiesen sei, wenn sie zum Einkaufen, zum Sport oder zum Arzt müsse. Freunde und Familie würden sie da immer ganz selbstlos unterstützen. Da sie nicht eigenständig mobil sein könne, fühle sie sich durch das aktuell bestehende Abhängigkeitsverhältnis aber noch sehr viel mehr eingesperrt, als es schon durch die körperliche Situation der Fall sei – der Alltag sei schon teilweise sehr umständlich und beschwerlich, erklärt sie.

Das sieht auch ihre Trainerin, die inzwischen auch zur Freundin geworden ist, so. Deswegen hat Aylin nun eine Online-Spendenaktion ins Leben gerufen, um Isabels Traum, ein behindertengerechtes Auto, realisieren zu können.

Rund 65 000 Euro sind dafür erforderlich, die Isabel nicht alleine aufbringen kann und damit auch in finanzieller Hinsicht auf Hilfe angewiesen ist.

Angedacht ist ein Seat Alhambra, der mit entsprechenden Assistenzsystemen, einer voll automatisierten Rollstuhlverladehilfe sowie einer Handgasanlage umgerüstet werden muss.

„Mir würde es sehr viel bedeuten, wenn es Menschen gibt, die mir helfen, meine Notsituation zu lösen, und mir vielleicht einen kleinen Betrag zukommen lassen würden“, hofft Isabel, dass ihr großer Traum Realität wird.

Mehr Informationen gibt es unter zu.hna.de/isabel.

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