Stadt denkt über Kauf nach

Northeimer Konrektorenhaus könnte an Verein vermietet werden

Ansicht eines mit Sträuchern stark bewachsenen Fachwerkhauses
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Das Konrektorenhaus am Northeimer Kirchplatz steht seit rund 20 Jahren leer.

Es gibt die Überlegung, dass die Stadt das seit rund 20 Jahren leer stehende Fachwerkhaus kauft und dem Verein, der es künftig nutzen will, anschließend zur Nutzung überlässt. Das bestätigte Stadtbaurat Fredrik Backhaus der HNA auf Anfrage.

Northeim – Wer kauft das Konrektorenhaus? Diese Frage beschäftigt derzeit Politik und Northeimer Stadtverwaltung. Sowohl der Kauf durch die Stadt als auch den Verein seien denkbar, so Stadtbaurat Fredrik Backhaus. Maßgeblich dürfte sein, in welchem Fall es eine höhere Förderquote für eine Sanierung gebe. Deshalb stehe die Stadtverwaltung beziehungsweise der Träger der Innenstadtsanierung, DSK, im Kontakt mit dem Land.

Letztlich müssen die politischen Gremien entscheiden, ob die Stadt Eigentümer der Immobilie wird und einen Nutzungsvertrag mit dem Verein schließt, oder ob ein Ankauf durch den Verein favorisiert wird.

Vor drei Wochen hatten Vertreter des in Gründung befindlichen Vereins „Leben am Northeimer Kirchplatz 1510“ im Sanierungsausschuss des Stadtrats ihre Pläne präsentiert. Der Verein plant, das Haus so wieder herzurichten, wie es zum Zeitpunkt seines Baus Anfang des 16. Jahrhunderts ausgesehen hat und genutzt wurde, nämlich nicht nur zum Wohnen, sondern auch für die Tierhaltung, als Arbeitsstätte und Speicher. Gemessen an heutigen Standards für Wohnhäuser sei das ein gehobener Rohbauzustand, erklärte Norbert Witte. Der ehemalige Kasseler Stadtbaurat ist einer der Vereinsgründer.

Nach der Restaurierung will der Verein in dem 500 Jahre alten Fachwerkhaus Kurs-Angebote für Schüler und Studenten ebenso wie für Handwerker anbieten. Auch Events sind geplant, mit denen der Verein Einnahmen erzielen möchte.

Ein Haus mit mehreren Namen

Zum Fachwerkhaus am Kirchplatz 8 sind mehrere Namen bekannt. Zeitweise wurde es in der Diskussion um seine Zukunft als Kantorenhaus bezeichnet, aber als Quartier für einen Kirchenmusiker hat das rund 500 Jahre Gebäude wohl nie gedient. Wie Stadtarchivar Dr. Stefan Teuber berichtet, wurde es ab Anfang des 17. Jahrhunderts als Syndicatshaus bezeichnet, Mitte des 18. Jahrhunderts taucht es dann als Konrektorenhaus in städtischen Unterlagen auf.

Ein Haus, das vor dem 1510 erbauten Fachwerkhaus an der gleichen Stelle stand, ist als Opperhus, also als Haus, in dem kirchliche Opfer gelagert wurden, in alten Akten verzeichnet. Ob das heute noch stehende Nachfolgegebäude auch diesem Zweck gedient hat, ist laut Teuber aber unbekannt. (Olaf Weiss)

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