Bahn AG verkauft Gebäude

Wer will die Northeimer Lokhalle? Sie wird versteigert

Zu haben: Das ehemalige Bahnbetriebswerk Northeim mit dem halbrunden Lokschuppen und diversen anderen Gebäuden. Die Auktion findet am 31. März ab 14 Uhr in Berlin statt. Nicht zu kaufen ist das Bahngebäude links neben dem Lokschuppen. Foto: Gödecke 

Northeim. Lokhalle gefällig? Den Traum vom eigenen Lokschuppen können sich Interessierte bald in Northeim erfüllen.

Die Bahn AG lässt am 31. März ihr ehemaliges Bahnbetriebswerk nördlich des Northeimer Bahnhofsgeländes versteigern. Beauftragt mit dem Deal ist das Berliner Auktionshaus Karhausen, das für die Versteigerung außergewöhnlicher Immobilien bundesweit bekannt ist.

Das Mindestgebot für das 1,7 Hektar große Areal liegt bei 49 000 Euro zuzüglich der Gebühr für die Auktion, heißt es im Exposé, das das Auktionshaus bereits ins Internet gestellt hat. Das ehemalige Betriebswerk an der Damaschkestraße ist bebaut mit der halbrunden Lokhalle und angeschlossener Werkstatt, mit einem massiven Lagergebäude und einem Öllager.

Auf dem Grundstück befinden sich auch noch ein Sandlager sowie Reste von Gleisen, Schotte und Schwellen. Randflächen sind als Kleingärten verpachtet, die Pachtverträge seien vom Käufer zu übernehmen.

„Das Areal muss behutsam neu gestaltet werden“, sagt Auktionator Matthias Knake. Zu bedenken sei, dass die Zufahrt über die Damaschkestraße durch ein Wohngebiet führe. Doch auch wenn nur Teilflächen umgenutzt würden, winke ein gutes Geschäft für den Käufer. Schließlich liege der Quadratmeterpreis bei nur drei Euro. Der amtliche Bodenrichtwert der angrenzenden Wohnflächen liege hingegen bei 89 Euro pro Quadratmeter, für Gewerbe in der Nachbarschaft bei 31 Euro.

Nach Informationen des Auktionshauses liegen für die Bahnbauten auf dem Gelände keine Beschränkungen des Denkmalschutzes vor, sodass die Gebäude auch abgerissen und das Gelände neu bebaut werden könnte.

Für den Erhalt des Northeimer Lokschuppens, der nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1948 nur teilweise wieder aufgebaut wurde, hatte sich im Jahre 2010 schon einmal der Kulturausschuss des Northeimer Stadtrates ausgesprochen. Das Gremium gab damals der Northeimer Stadtverwaltung auf, sich mit der Bahn und anderen zuständigen Stellen in Verbindung zu setzen, um die Ausweisung als Denkmal zu erreichen.

Wunsch nach Bahnmuseum

Angeregt hatte die Debatte seinerzeit der Arbeitskreis für südniedersächsische Heimatforschung bei einer Exkursion. Er regte an, in dem Teil-Ringschuppen ein Bahnmuseum einzurichten. Ausschussvorsitzender Rolf Traupe und Ausschussmitglied Dr. Tilo Rumann trugen die Idee anschließend in den Kulturausschuss mit der Begründung, dass der Lokschuppen an die große Bahngeschichte Northeims erinnere.

Zum Erfolg haben diese Bemühungen anschließend jedoch nicht geführt. Der Lokschuppen ist seit Jahrzehnten ungenutzt.

Kontakt: Auktionshaus Karhausen Berlin, Tel. 030-8904856, Infos zum Objekt unter www.karhausen-ag.de

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