Hilfe für Obdachlose

Northeimer Notunterkunft wurde 86-mal genutzt

Unterschlupf für Obdachlose: Seit Jahren bereits hat die Stadt Northeim für die Unterbringung von Wohnungslosen dieses große Fachwerkhaus an der Mauerstraße 9 angemietet. Foto: Gödecke

Northeim. Seit sechs Jahren hält die Stadt Northeim eine Notunterkunft für Obdachlose vor. 2014 lagen die Einweisungszahlen auf dem Niveau des Vorjahres.

Obdachlosigkeit ist kein Phänomen, das nur Großstädte kennen. Natürlich hat auch eine Kreisstadt wie Northeim ihr Klientel an Wohnungslosen, um das sie sich zu kümmern hat. Zu ihrer Unterbringung hat sie schon vor Jahren ein großes Fachwerkhaus an der Stadtmauer angemietet. Durchschnittlich ist es mit 25 Personen belegt, Tendenz gleichbleibend.

Insgesamt sind im vorigen Jahr 86 Personen in die Notunterkunft eingewiesen worden, die meisten von ihnen zeitweilig. Darunter waren 56 Männer und Frauen, die erstmalig untergebracht werden mussten, berichtete die Mitarbeiterin der Ambulanten Hilfe Northeim, Sandra Mumme, im städtischen Ausschuss für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 4,2 Monate.

In der von der Diakonie getragenen Ambulanten Hilfe sind drei Sozialarbeiter tätig. Eine halbe Stelle davon wird von der Stadt Northeim finanziert. Ebenso wie der Hausmeister, der für die Bewohner der Notunterkunft Mauerstraße 9 Ansprechpartner Nummer 1 ist und schnell Kontakt zur Ambulanten Hilfe herstellt, wenn jemand Hilfe bei der Wohnungssuche oder beim Kontakt mit Behörden braucht.

Mehr Obdachlose aufgrund zunehmender Armut gibt es in der Kreisstadt nicht. Das ist die Einschätzung von Uwe Ritter, Leiter des Fachdienstes Bürgerdienste bei der Stadt. „Die Belegung der Notunterkunft ist seit Jahren mit durchschnittlich 25 Leuten monatlich in etwa gleich.“

Trotzdem, so Ritter, werde die Stadt das Haus weiter in der jetzigen Größe vorhalten. Das Gebäude bietet in 13 Wohnungen Platz für 52 Personen. „Eine Wohnung halten wir immer für Notfälle frei, etwa dann, wenn jemand nach einem Brand obdachlos wird.“

Auch für die ganz kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen wird das Haus manchmal genutzt. Ritter: „Das ist bislang aber nur ganz selten vorgekommen. Dann ersetzt uns der Landkreis die Kosten.“

Umsonst ist das Wohnen in der Notunterkunft Mauerstraße 9 allerdings auch für die anderen Bewohner nicht.

Wer dort Unterschlupf findet, muss monatlich 200 Euro Miete zahlen, die allerdings in den meisten, aber nicht allen Fällen vom Sozialamt oder dem Jobcenter übernommen wird. 25 Euro an Nebenkosten müssen die Bewohner auf jeden Fall selbst zahlen. Ritter: „Nicht selten bleiben wir aber auch auf den Kosten sitzten“.

Insgesamt musste die Stadt nach Angaben des Fachdiensleiters im vorigen Jahr 117.000 Euro für die Unterbringung und Betreuung von Wohnungslosen aufbringen. Dies liege im Rahmen der Vorjahre.

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