Direktvergabe an Firma Weihrauch 

Northeimer Rat sagt Ja zum Stadtbus

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Bewährt: Der Stadtbus soll auch in den nächsten zehn Jahren von der Firma Weihrauch betrieben werden. 

Northeim. Der Verkehrsverbund Südniedersachsen soll die Konzession für den Stadtbusverkehr in Northeim wieder an die Firma Weihrauch vergeben. Das möchte der Rat. 

Es ist ein Beschluss für den Erhalt des Northeimer Stadtbussystems, das sich über Jahrzehnte bewährt habe. So begründeten im Stadtrat viele Ratsmitglieder ihre Entscheidung, warum sie für eine Verlängerung der Konzessionsvergabe des Stadtbusnetzes, allerdings unter Wegfall der Linie 6, an die Firma Weihrauch stimmen.

Letztlich erfolgte der Ratsbeschluss, der dem Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) eine Direktvergabe der Konzession bis 2029 an die Firma Weihrauch ohne europaweite Ausschreibung empfiehlt, einstimmig. Allerdings bei acht Enthaltungen der Gruppe FUL/Linke, der AfD-Fraktion und von zwei SPD-Ratsmitgliedern.

Rolf Pflugmacher (Die Linke) fasste für die Ratsmitglieder, die nicht mit Ja stimmten die Kritikpunkte wie folgt zusammen: Das Netz, wie es zur Zeit betrieben werde, halte er nicht für zukunftsfähig.

So werde nicht aufgezeigt, wie die bis 2022 geforderte Barrierefreiheit erreicht werden soll, am Wochenende werde das Krankenhaus vom Stadtbus nicht angefahren und jetzt solle auch noch die Linie 6 gestrichen werden. Das gehe gar nicht. Zur Verbesserung der Situation sollte die Stadt auch ruhig noch mehr Geld in die Hand nehmen.

Linie 6 fällt weg

Helga Jäger als Sprecherin der CDU/Grünen-Gruppe verteidigte die Vergabe an Weihrauch, weil das Stadtbusnetz eben gut funktioniere. Die Verkleinerung des Netzes um die Linie 6, die ohnehin teilweise Haltestellen der Linie 4 doppelt bediene, sei aus rechtlichen Gründen nötig, um die europaweite Ausschreibung zu verhindern.

Der Stadtbusbetreiber, so Jäger weiter, habe jedoch zugesagt, dass die Linie 4 so umgelegt werden könne, dass kein Stadtteil vom Stadtbusverkehr abgehängt werde.

Das sah auch Marek Meyer für die SPD ähnlich. Die Stadt müsse aber trotzdem ein Auge auf die Realisierung der Barrierefreiheit und auf das Vorankommen in der Elektro-Mobilität haben.

Reicht der Zuschuss?

Irnfried Rabe (FDP) gab zu bedenken, dass der fix gesetzte städtische Zuschuss von maximal 200 000 Euro jährlich über die nächsten zehn Jahre sicher nicht reichen werde. Hans Harer (Grüne) wünschte sich, dass der ZVSN mehr Werbung für Umsteigemöglichkeiten mit dem selben Ticket machen müsste.

Hartmann: Stadt bleibt dran

Northeims Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) sagte, dass die Stadtverwaltung natürlich immer in Gesprächen mit dem Stadtbusbetreiber und dem ZVSN stehen werde. Dabei werde man über Haltestellengestaltung ebenso sprechen wie über neue ÖPNV-Modelle. Zu Letzteren gehöre auch das Eco-Bus-System, das im Sommer vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation im Raum Bad Gandersheim-Kreiensen-Kalefeld erprobt werde.

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