Comic beleuchtet Zeit nach dem Ersten Weltkrieg

Northeimer Schüler zeichnen Weltkriegsgeschichte

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Ein Ausschnitt aus dem Comic. 

Northeim. Ein Stück Northeimer Zeitgeschichte gibt es nun in Comicform. Das Werk handelt von der Hiernoymuskapelle in der Northeimer Sixiti-Kirche und das darin ausliegende Gedenkbuch.

Zusammen mit sechs Schülern des Corvinianums entstand dieses Werk, erklärte Harer. Der zehnseitige Comic trägt den Titel „Northeim 1918-1923 – Weg zu einer Erinnerungsstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Northeim“. Hans Harer stellt den Comic am Volkstrauertag, 18. November, im Zuge der Ausstellungseröffnung über den Ersten Weltkrieg und die Nachkriegszeit im Northeimer Stadtmuseum der Öffentlichkeit vor.

Anlass dafür war ein deutsch-französischer Wettbewerb des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, bei dem Schüler die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in einem Comic verarbeiten sollten.

Harer berichtete, dass ihm sofort die Gedenkkapelle an die Toten des Ersten Weltkrieges in der St.-Sixti-Kirche in den Sinn gekommen sei, da er bereits zu ihrer Entstehungsgeschichte geforscht habe. Er erklärte sich bereit, dass Projekt ehrenamtlich zu leiten. Ihm schlossen sich sechs „leistungsstarke“ Schüler an. Diese wurden für das Projekt hin und wieder vom Unterricht befreit.

Entworfen wurde der Comic am Computer mit dem Programm GIMP. Den Tipp habe die Projektgruppe von einer Kunstlehrerin erhalte. Zudem überließ sie der Gruppe Zeichenbretter, mit deren Hilfe in in dem Programm gezeichnet werden kann. Nach einiger Einarbeitung ging die Gestaltung los.

Die Handhabung, fasste Schüler Hauke Wilp zusammen, habe zur ein oder anderen Durststrecke geführt, es habe den Schülern einiges an Durchhaltevermögen abverlangt.

Schülerin Leonora Schulze zeichnet die Konturen mit Bleistift vor, Nele Sieder übertrug das Ganze dann ins Programm. Die beiden jungen Frauen übernahmen auch das Einfärben.

Geschichtsträchtig: Die Comicmacher (von links nach rechts) Björn Ferber, Nele Sieder, Hauke Wilp, Lenora Schulze und Hans Harer in der Kapelle. Leonie Möhle und Felix Hebbel fehlen. Foto: Jens Döll

Hauptfiguren sind der Lehrer Karl Dageförde und der Maler Georg Hering. Dageförde sendete an die Familien von jedem getöteten Northeimer Kriegsteilnehmer ein Fragebogen, den diese ausfüllten. So konnte er 1923 in akribischer Arbeit ein Gedenkbuch mit 272 Biografien anlegen, das, so Harer, in Deutschland nahezu einmalig ist. Georg Hering, dessen Bruder zu den Kriegstoten gehörte und der seit 1910 in den Niederlanden lebte, konnte für die Ausgestaltung der Gedenkkapelle gewonnen werden. Er schmückte die Nordwand mit einen Kreuztragungsmotiv.

Hartnäckig, erläutert Harer, halte sich das Gerücht, dass einige Figuren auf dem Bild Northeimer Bürgern nachempfunden seien. Doch trotz einiger Hinweise liefen die Nachforschungen dazu ins Leere. Diese kleine Fantasie aber habe man mit in den Comic einfließen lassen.

Viel gelernt

Björn Ferber zeigte sich über das Projekt begeistert, die Gruppe habe viel über den Ersten Weltkrieg und die Zeit danach gelernt.

Für einen Preis bei dem Wettbewerb habe es leider nicht gereicht, erklärte Harer, aber alle Beteiligten hätten viel über Northeimer Geschichte und das Gedenken an die Kriegstoten erfahren.

Der Comic wird nicht in die Läden kommen. Interessenten können sich bei Hans Harer unter hans.harer@web.demelden. 

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