Gesundheitszentrum entsteht an der Mühlenstraße

Die Northeimer Stadtsanierung beginnt

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Dieses Haus wird saniert, davor Andreas Vieweg, Investor Wolfram Schmidt, City-Manager Alexander Rudnick und Bürgermeister Simon Hartmann.  

Das erste stadtbildprägende Gebäude in der Northeimer Innenstadt wird jetzt mit Zuschüssen aus dem  Stadtsanierungsprogramm grundlegend saniert.

Das schon länger leer stehende Fachwerkhaus Mühlenstraße 8, einst Kneipe und später Möbellager, möchte der Northeimer Apotheker Wolfram Schmidt zu einem Gesundheitszentrum ausbauen.

Der von der Stadt mit der Stadtsanierungs-Begleitung beauftragte City-Manager Alexander Rudnick bezeichnete das Vorhaben am Eingang zur Innenstadt als Leuchtturmprojekt und Schlüssel-Immobilie. Es werde eine Initialzündung für die Stadtsanierung sein und Strahlkraft besitzen, viele Menschen aus dem Umland in die City zu ziehen.

Bürgermeister Simon Hartmann dankte Schmidt für sein Engagement, das die Stadt begleiten werde. Die Bemühungen des aus Standortgemeinschaft, Stadt und City-Management bestehenden Netzwerks zur Forcierung der Stadtsanierung trage Früchte.

2,1 Millionen Euro möchte Schmidt, der gegenüber an der Mühlenstraße den Hauptsitz seiner Apotheken-Kette „Apo-Nom“ mit darüberliegenden Arztpraxen betreibt, in die Sanierung des 250 Jahre alten Fachwerkbaus, der sich mit einem Anbau aus weit späterer Zeit in die Holzhäuser Straße hineinzieht, investieren. 30 bis 40 Prozent sind an Zuschüssen möglich, so Andreas Vieweg, Projektleiter Stadtsanierung bei der Stadt.

Entstehen sollen in dem Eckhaus-Komplex bis Ende 2020 vorrangig Praxisräume für Fachärzte. In der ersten Etage werde sich die gegenüber angesiedelte Diabetes-Praxis erweitern und den Bereich „Kinder-Diabetes“ ausbauen. In der zweiten Etage sollen ein oder zwei weitere Fachärzte ein Domizil finden.

Im Erdgeschoss plant Schmidt die Etablierung eines „Pflegemarktplatzes“, ein Chemielabor, in dem Medikamente für Schmerzpumpen hergestellt werden, sowie eine kleinere Facharztpraxis. Der nicht unter Denkmalschutz stehende Anbau an der Holzhäuser Straße wird abgerissen. Dort entsteht ein Neubau mit dem Labor, der Praxis, einem Treppenhaus und einem Fahrstuhl.

"Was für die Stadt tun"

Als gebürtiger Northeimer sei es für ihn gegen Ende seiner beruflichen Laufbahn noch einmal eine Herausforderung, etwas für seine Heimatstadt zu tun, betonte Apotheker Wolfram Schmidt zur Intention, dem seit Monaten leer stehenden Fachwerkhaus Mühlenstraße 8 wieder neues Leben einzuhauchen und 2,1 Millionen Euro für den Umbau in ein Ärztezentrum zu investieren.

Wolfram Schmidt, Apotheker und Investor

Er stellte aber auch klar, dass sich die Investition auch rentieren solle und werde, schließlich seien in der Grundstücksgesellschaft Schmidt, die das Haus gekauft habe, auch seine Kinder vertreten. 

Das Haus, so Schmidt, werde auf allen drei Etagen vollständig entkernt. Das Vorderhaus an der Ecke Mühlenstraße/Holzhäuser Straße und ein sich direkt anschließender Teil des in die Holzhäuser Straße reichenden Anbaus sollen eine vollständige Fachwerk-Fassade bekommen. Der östliche Teil des mit Eternitplatten behängten Anbaus an der Holzhäuser Straße soll abgerissen werden und an seiner Stelle ein architektonisch passender, verputzter Neubau, entstehen. Hier werde sich dann auch der Haupteingang des Gesundheitszentrums befinden. 

Schwerpunkt mit Schwerpunkt

Mit seinem Vorhaben nimmt Schmidt den Aspekt der Schwerpunktbildung in der Stadtsanierung auf, so wie es ein für die Standortgemeinschaft erstelltes Gutachten für eine optimale Vorgehensweise in der Northeimer Stadtsanierung vorschlägt. Dort ist die Mühlenstraße mit dem Schwerpunkt Gesundheit ausgewiesen.

 Schmidt: „Facharztpraxen, die sich in einem Gesundheitszentrum gegenseitig befruchten, so wie früher in den Polikliniken der DDR, das ist meiner Meinung nach der Weg, wie wir es künftig schaffen können, die Bevölkerung auf dem Land bei sinkender Ärzte- und Apothekenzahl weiter vernünftig zu versorgen.“ Deswegen habe er auch schon das Gesundheitszentrum am Stadtrand unterhalb des Helios-Krankenhauses gebaut. Es gebe aber noch weiteren Bedarf.

City-Manager: Lieber Verkauf als Leerstand 

City-Manager Alexander Rudnick betonte, dass andere potenzielle Investoren das nun anstehende erste Groß-Projekt in der Northeimer Stadtsanierung als Zeichen sehen sollten, Vertrauen in die Stadt und ihre Möglichkeiten zu haben.

Alexander Rudnick, City-Manager

 Eigentümer von leer stehenden Innenstadt-Immobilien sollten ihre Häuser lieber verkaufen, als sie ungenutzt verkommen zu lassen. Die Preisvorstellungen vieler Eigentümer seien aber immer noch deutlich zu hoch.

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