Northeimer Tafel: Lebensmittelrettung

Northeimer Tafel versorgt hilfsbedürftige Menschen aus dem Landkreis

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Helfen fleißig mit, sodass alle satt werden: (v.l.) Brigitta Brandes, Maria Depta und Tatjana Springer. Dahinter ist der Organisator und Leiter der Northeimer Tafel, Karsten Kaune, zu sehen.

„Unsere Aufgabe ist es, die Lebensmittel vor dem Container zu retten“, sagt Karsten Kaune. Der Leiter der Northeimer Tafel freut sich, im August 3000 Bedürftigen geholfen zu haben.

Insgesamt wird in deutschen Haushalten laut dem Umweltbundesamt jedes achte Lebensmittel weggeworfen. Die Tafel Deutschland will genau das unterbinden.

Der Glücksbringer

Das Auto der Northeimer Tafel mit dem Logo „Glücksbringer“ fährt dreimal am Tag alle Läden im Umkreis von Northeim an und sammelt jedes Mal circa 70 bis 80 Kisten Lebensmittel ein, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen. Zudem gibt es Sonderfahrten, die über den Landkreis hinaus gehen. „Manchmal müssen unsere Fahrer auch nach Bremen, Celle oder Verden fahren“, so Kaune. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sitzen pro Tag sechs bis sieben Stunden hinter dem Steuer.

Rettung von 200 Kilo pro Tag

Die Ware aus den Läden wie Edeka, Aldi, Kaufland, Lidl, Penny und Rewe kommt unsortiert an. Nun ist es die Aufgabe der Mitarbeiter, die Lebensmittel zu trennen, zu sortieren und zu begutachten. Dabei müssen 20 bis 30 Prozent weggeworfen oder an Hobbylandwirte aus der Region verteilt werden. „Trotz des Aussortierens retten wir so 200 Kilo Lebensmittel pro Tag und das ist, was zählt“, betont Kaune.

Ware kurz vor Ablauf

Die Lebensmittel in den Kisten werden meist kurz vor dem Ablaufdatum oder erst am Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums geholt. Wenn Artikel bereits etwas länger abgelaufen sind, dann gibt es eine Verköstigung. Sobald diese negativ ausfällt, gibt es nur den letzten Ausweg: die Mülltonne. Dieser letzte Weg soll aber unter allen Umständen umgangen werden, denn im Landkreis Northeim gibt es viele sozial- und wirtschaftlich benachteiligte Personen, die von der Tafelarbeit profitieren.

Kinder haben stets Vorrang

In der Northeimer Tafel werden dienstags und freitags Lebensmittel verteilt. Von 14 bis 16 Uhr können sich bedürftige Menschen Nahrungsmittel holen, die vor der Tonne gerettet wurden. Bei der Ausgabe macht Kaune deutlich: „Kinder haben immer Vorrang.“ Für einen kleinen Betrag können die Lebensmittel erworben werden. Eine Person zahlt 1,50 Euro pro Einkauf, Familien, unbegrenzt von Anzahl der Kinder, 3 Euro.

Das Angebot ist groß: Von Gemüse und Obst bis hin zu Brot, Milch, Wurst und Käse. Alles Lebensmittel, die trotz Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums nach einer Prüfung noch verzehrt werden können.

Ehrenamt höchstes Gut

Damit alles reibungslos abläuft, packen die ehrenamtlichen Mitarbeiter kräftig an. Diese werden derzeit von einem Bundesfreiwilligendienstler und zwei Praktikantinnen unterstützt. Eine davon ist Maja Deutschländer, die ihr Betriebspraktikum für drei Wochen bei der Tafel absolviert. „Ich muss die Ware sortieren, sauber machen und bei der Ausgabe helfen. Mir macht es definitiv Spaß, den Menschen zu helfen“, sagt die Neuntklässlerin.

Kaune geht selbst sorgsamer mit Lebensmitteln um 

„Wenn man täglich sieht, wie qualitativ die Ware zu uns kommt, werde ich in meiner Arbeit und Denkweise bestätigt“, sagt Karsten Kaune. Er selbst achte beim Einkauf immer auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und gehe sorgsamer mit den Lebensmitteln um. Weil er eben nicht möchte, dass jedes achte Lebensmittel weggeworfen wird.

Von Cora Zinn

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