Betreuung oft mit Sprachproblemen verbunden

Northeimer Tafel: Zahl der Bedürftigen steigt an

Mitarbeiter der Northeimer Tafel: Carolin Hebeck, Betriebsleiter Heinz-Werner Begau, Karsten Kaune und Sina Bikirov. Foto: Mönkemeyer

Northeim. Die Zahl der Menschen, die im Landkreis Northeim auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind, steigt.

Aktuell gibt es allein in Northeim 1800 registrierte Familien, die die Hilfe der Einrichtung am Rückingsanger in Anspruch nehmen können. Pro Monat kommen unter dem Strich etwa zehn weitere hinzu - darunter auch viele Flüchtlinge und Asylbewerber.

Deren Betreuung ist laut Tafel-Betriebsleister Heinz-Werner Begau allerdings zum Teil mit Sprachproblemen verbunden. „Wir wünschen uns da schon, dass die Menschen, die zu uns kommen, besser von den offiziellen Stellen darüber informiert werden, wie die Tafeln funktionieren und was sie als ehrenamtlich tätige Einrichtung leisten können und was nicht“, sagt Begau. In den meisten Ländern, aus denen die Menschen kämen, gebe es den Begriff Ehrenamt überhaupt nicht.

Insofern könne man ihnen nicht vorwerfen, dass sie in Unkenntnis der Hintergründe zum Teil mit viel zu hohen Erwartungen die Hilfe in Anspruch nehmen. „Viele glauben, wir seien ein Teil der Verwaltung und müssten alles vorrätig haben.“

Insbesondere für Menschen muslimischen Glaubens sei es daher manchmal nicht nachvollziehbar, dass zum Beispiel nur Produkte mit Schweinefleisch verteilt werden. „Wenn dann noch Sprachprobleme hinzu kommen, ist es für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter manchmal schon etwas schwierig.“

Englisch, Französisch, Russisch, Polnisch, Türkisch und sogar Arababisch seien hingegen kein Problem mehr, betont Begau. „Wir haben mittlerweile viele ehrenamtliche Mitarbeiter, die diese Sprachen sprechen.“ Dabei handele es sich um Menschen, die zum Teil selbst die Hilfe der Tafel in Anspruch genommen haben oder noch nehmen.

Hintergrund

Die Northeimer Tafel ist ein gemeinnütziger Verein, der seit November 2007 Lebensmittelspenden aus dem Einzelhandel an Bedürftige ausgibt. Wer die Hilfe in Anspruch nehmen möchte, muss seine Bedürftigkeit nachweisen – durch entsprechende Bescheinigungen vom Sozialamt. Waren es zu Beginn 75 Familien, die die Hilfe in Anspruch nahmen, so sind es mittlerweile 1800. 

Von Niko Mönkemeyer

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