Optimismus trotz Corona-Pandemie 

Northeimer Thimm-Gruppe steigert Gewinn um 20 Prozent

NortheimFrma ThimmWellpappenLuftbild 2020
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Die Thimm-Unternehmenszentrale am Standort Northeim. 

Der Northeimer Verpackungsmittelhersteller Thimm ist weiter auf Wachstumskurs. Das geht aus den jetzt veröffentlichten Jahreszahlen 2019 der Gruppe hervor.

Danach konnte die Thimm-Gruppe ihren Gewinn vor Steuern um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Auch die Corona-Pandemie scheint dem Unternehmen nichts anzuhaben.

Die Gewinnsteigerung sei trotz eines geringen Umsatzrückgangs von drei Prozent auf 623 Millionen Euro zustande gekommen, betonte Mathias Schliep, Vorsitzender der Geschäftsführung. Der Umsatz sei gesunken, weil Thimm gesunkene Rohstoffpreise an Kunden weitergeben habe. Den Absatz an Verpackungen habe man hingegen steigern können. Neben dem Mengenwachstum in den Werken in Polen und Rumänien habe auch das 2017 eingeweihte Wellpappenwerk im bayrischen Wolnzach ein deutliches Mengenwachstum erreicht.

Mathias SchliepVorsitzenderder Geschäftsführung

Schliep zeigte sich erfreut über das operative Ergebnis 2019 der Gruppe, das sich auf 56,1 Millionen Euro belaufe. Auch die Eigenkapitalquote sei um 3,5 Punkte auf 41 Prozent gewachsen. 2019 habe Thimm zudem seine Marktpräsenz um drei weitere Standorte erweitern können. Übernommen wurden die ISL Schaumstoff-Technik GmbH im südhessischen Viernheim, und die ISL Verpackungstechnik GmbH im thüringischen Serba. „Wir erweitern mit der ISL nicht nur unser Portfolio im Bereich der mehrwegfähigen Multimaterialverpackungen, sondern gewinnen zwei leistungsstarke Standorte in Deutschland hinzu“, sagte Schliep. Neu in der Gruppe sei auch der Wellpappeverpackungs-Produzent United Packaging SA im polnischen Skarbimierz bei Wroclaw (Breslau).

Insgesamt betrug das Investitionsvolumen für den Ausbau bestehender Standorte, darunter eine neue Wellpappenanlage am rumänischen Standort Sibiu, und die Expansion 34 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl wuchs um 250 auf insgesamt 3512.

Belegschaft wächst auch in Northeim

Auch in der Thimm-Zentrale in Northeim ist die Belegschaft 2019 gewachsen. Die aktuelle Mitarbeiterzahl beträgt 532. Das sind 19 mehr als im Vorjahr. Darunter sind 45 Auszubildende. Investiert wurde in Northeim eine Summe im sechsstelligen Bereich. Die Standort-Erweiterung in Northeim mit dem Bau des Logistikzentrums im Gewerbegebiet-West ist nach Auskunft der Geschäftsführung fest im Blick. Man warte auf Verabschiedung des Bebauungsplans durch die Stadt.

Trotz der Corona-Pandemie erwartet Thimm für 2020 insbesondere wegen verstärkter Nachfrage aus der Lebensmittelindustrie ein Umsatzwachstum.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gruppe seien unterschiedlich, betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Mathias Schliep. Aktuell verzeichne man eine steigende Nachfrage nach Verpackungen für Güter des täglichen Bedarfs, wohingegen die Nachfrage nach Verpackungen für die Automobilindustrie und den Industriegütersektor zum Teil deutlich gesunken sei. 

Insgesamt zeige sich in der Krise aber, wie wichtig Verpackungen für das Aufrechterhalten der Lieferkette und die Versorgung mit Lebensmitteln sowie pharmazeutischen und medizintechnischen Produkten seien.

Guter Start ins Jahr 2020 trotz Corona 

Trotz der Corona-Ausbreitung im Laufe des ersten Quartals sei Thimm gut in das Jahr 2020 gestartet. „Wir erwarten trotz dieser Extremsituation weiter ein Umsatzwachstum“, so Schliep. Das hänge aber maßgeblich vom weiteren Verlauf der Pandemie und den verbundenen Einschränkungen ab. Der Thimm-Manager: „Aufgrund der aktuellen Auftragslage sind wir aber vorsichtig optimistisch.“ 

Zur weiteren Entwicklung würden auch die Ende 2019 neu in die Gruppe aufgenommenen Standorte beitragen. Im Bereich Verpackungen werde 2020 ein Anstieg der Absatzmenge erwartet, zu dem alle Produktionsstandorte, insbesondere aber die Werke in den wachsenden Märkten Osteuropas, beitragen würden. Schliep: „Mit innovativen, nachhaltigen Verpackungslösungen, die insbesondere von der Lebensmittelindustrie verstärkt nachgefragt werden, sehen wir uns gut aufgestellt.“ Darüber hinaus entwickele sich auch der Bereich E-Commerce gut bis sehr gut.

Schliep abschließend: „Auch in 2020 werden wir trotz Corona unsere Investitionen in die Weiterentwicklung unseres Unternehmens fortsetzen und in die Zukunft jedes einzelnen Produktionsstandortes zum Teil deutlich investieren, um diese zu modernisieren und Kapazitäten weiter auszubauen.“

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