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Northeimer Tierheim sieht Ende der Seuche – Keine weiteren Todesfälle

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Der kleine Kater Burke hat ein Kämpferherz: Dank der Medikamente und viel Pflege hat er die Katzenseuche überlebt. Er ist auf dem Weg der Besserung.
Der kleine Kater Burke hat ein Kämpferherz: Dank der Medikamente und viel Pflege hat er die Katzenseuche überlebt. Er ist auf dem Weg der Besserung. © Tierheim Northeim

Ein kleiner Silberstreif nach fünf extrem anstrengenden und belastenden Wochen im Northeimer Tierheim ist am Horizont zu erkennen, freut sich Carina Spörndli, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins. Es seien aktuell nur noch bei wenigen Katzen die sogenannte Katzenseuche Parvovirose nachzuweisen.

Northeim – „Wir hoffen, dass wir vielleicht in 14 Tagen auch wieder Katzen vermitteln können“, zeigt sie sich leicht optimistisch. Aber man wolle natürlich erst ganz sicher sein, dass alle Katzen wieder genesen sind, damit die Seuche nicht nach draußen getragen werde. Aus diesem Grund sei es auch immer noch nicht erlaubt, dass die ehrenamtlichen Helfer zum Katzenstreicheln vorbei kommen dürfen, so Spörndli.

Cornelia Schwarz Tierheimleiterin
Cornelia Schwarz, Tierheimleiterin © Gerhardy, Rosemarie

Los ging das Drama im Tierheim Mitte September als die Katzenseuche, die sich mit starken Durchfällen bemerkbar macht, im Tierheim ausbrach. Zwischenzeitlich waren über 50 Katzen infiziert, berichtet Tierheimleiterin Cornelia Schwarz. Zehn Tiere haben die Krankheit nicht überlebt. Bei der Testung Ende vergangener Woche habe man aber nur noch zehn positive Fälle gehabt. Insgesamt leben zurzeit noch über 60 Katzen im Tierheim.

Das letzte Kitten ist am 14. Oktober verstorben, berichtet Schwarz. Ein Kämpferherz habe der kleine schwarze Kater Burke, freuen sich Schwarz und Spörndli. Er stehe symbolisch für die geretteten Tiere im Tierheim. Burke hat die Parvovirose offensichtlich überlebt.

Burke hatte – gerade erst sechs Wochen alt – als einer der ersten Ferliserin, ein Serum zur Aufrechterhaltung des Immunsystems, bekommen. Nach einer kritischen Phase springe er inzwischen wieder munter auf seiner Mutter herum. Seine beiden Geschwister haben es nicht geschafft, sie verstarben gleich bei Ausbruch der Krankheit.

Kein Gegenmittel

Das Problem bei der Krankheit sei, erklärt das Tierheim, dass es kein Gegenmittel gebe. Ungeimpfte Tiere, die sich infizieren, müssten das Virus mit ihrem eigenen Immunsystem abwehren, was insbesondere Jungtiere oft nicht schaffen würden.

Ein Parvoviroseausbruch sei in Deutschland wegen der hohen Impfdichte gegen die Katzenseuche eigentlich selten, doch gerade Tierheime seien gefährdet, weil dort viele Fundtiere sitzen, die noch nicht geimpft werden können, sei es aufgrund ihres Alters oder von Behandlungen, die eine Impfung verzögern, erklärt Carina Spörndli vom Northeimer Tierheim. „Wir können deshalb auch gar nicht sagen, wie wir die Krankheit in das Tierheim bekommen haben“, so Spörndli. Sie macht in dem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass das Virus auch über Schuhe von außen eingeschleppt werden könne. Deshalb gibt sie allen Katzenbesitzern – auch denen von reinen Wohnungskatzen – auf den Weg, die Tiere unbedingt impfen zu lassen.

Hohe Kosten - Spenden erforderlich

Im Tierheim haben sich in den vergangenen Wochen die sechs Mitarbeiter, ohne Rücksicht auf Arbeitszeit, so Spörndli, aufopferungsvoll um die kranken Katzen gekümmert. Ein öffentlicher Aufruf habe dafür gesorgt, dass auch die notwendigen Medikamente, Desinfektionsmittel, Handtücher, entsprechende Tiernahrung und vieles mehr bereitstanden. Auch von anderen Tierschutzorganisationen sei man unterstützt worden, zeigt sich Spörndli dankbar für die große Hilfsbereitschaft. „Die Kosten für die Behandlung sind enorm, weit über 100 Euro pro Tier fallen da an“, so Spörndli, die weiterhin auf Spenden hofft.

Wenn alle Katzen wieder gesund sind, können sie auch wieder vermittelt werden. Nachwirkungen der Krankheit gebe es laut Spörndli nicht. Aber schon vor dem Ausbruch sei es schwierig gewesen, Katzen zu vermitteln. Aktuell sei wenig Nachfrage nach Tieren und das Tierheim so voll, zeigt sie sich besorgt.

Zum Glück so Spörndli sei die Parvovirose auch nicht auf die Hunde im Tierheim übertragen worden, was durchaus hätte passieren können. Die Hunde, darunter aber viele mit einem besonderen Schicksal und besonderen Anforderungen an die künftigen Halter, sowie die Kaninchen könnten weiterhin vermittelt werden. (rom)

start.tierheim-northeim.de

Wie äußert sich die Katzenseuche?

Auslöser für die Katzenseuche sind die felinen Parvoviren (FPV), diese sind hochansteckend und werden unter anderem über den Kot ausgeschieden. Bei einer Infektion wird das Immunsystem der Katzen geschwächt. Fieber, Erbrechen, Durchfall sind die Folge. Gerade für junge Katzen endet die Krankheit oft tödlich. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin des Friedrich-Löffler-Instituts empfiehlt daher eine Impfung aller Katzen.  (rom)

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