Unternehmen Sabeu bezieht Neubau

Mehr Arbeitsplätze: Neue Halle bietet Platz für Expansion in Northeim

+
Blick in die Produktion: Noch ist Platz für die Ausstellung weiterer Maschinen.

Northeim. Durch den Umzug in den Neubau in der Detlev-Karsten-Rohwedder-Straße ist der Northeimer Hersteller von Spritzgussteilen und Membranen auf Expansionskurs.

Das Unternehmen will die Spritzgussproduktion in Northeim konzentrieren. „Wir suchen Personal“, betonte Marketingleiter Fabian Jung. Zu den 110 Mitarbeitern die in Northeim arbeiten, sollen noch einige hinzukommen.

Auch zusätzliche Spritzgussmaschinen seien bereits bestellt. Im neuen Werk ist dafür Platz genug. Die Produktionsfläche ist von 1500 Quadratmeter (qm) am alten Standort auf 4000 qm gewachsen. Ebenso haben Forschung und Entwicklung mit 500 qm mehr als drei mal so viel Platz wie vorher. Auch die Verwaltung hat mit 950 qm nun den dreifachen Platz. Und die Werkstatt, wo die Spritzgusswerkzeuge hergestellt und gewartet werden, hat statt 400 nun 1000 qm zur Verfügung.

Außerdem, so Jung, verfügt das 30 000 qm große Grundstück auch noch über Reservefläche, um das neue Gebäude vergrößern zu können. Um ein Drittel kann die neue Halle nach seinen Worten bei Bedarf noch wachsen.

Zwölf Millionen Euro hat das Unternehmen am südlichen Stadtrand von Northeim in den Neubau investiert. Der Umzug dorthin ist abgeschlossen. Noch läuft aber der Aufbau der Maschinen. „Wir sind voll im Zeitplan“, sagte Jung. Er geht davon aus, dass die Produktion in einer Woche in vollem Umfang läuft.

Altstandort verkauft

Den bisherigen Standort an der Hirschberger Straße hat das Unternehmen aufgegeben und an seinen Nachbarn, das Möbelhaus Bäucke, verkauft. Auch den zweiten, bisher angemieteten Standort braucht Sabeu künftig nicht mehr.

Wie Bäucke-Inhaber Hans-Bernhard Heynold auf Anfrage mitteilte, will er das Sabeu-Gebäude vermieten. Es gebe bereits mehrere Interessenten. 

Neubau: Die Verwaltung ist im kleinen Gebäude links untergebracht. Die Halle ist für Lager, Produktion, Werkstatt und Haustechnik

Sabeu ist eines von weltweit wenigen Unternehmen, das Spritzgussteile und darauf abgestimmte veredelte Membranen herstellt. Sie schützen zum Beispiel den Lautsprecher von Smartphones oder Hörgeräten vor Feuchtigkeit. Ein weiterer ProduktionsSchwerpunkt der Membranherstellung sind außerdem Produkte für die Medizintechnik und für Laboranwendungen, die Sabeu in Reinräumen produziert. 

Die Teile werden aber auch in der medizinischen Forschung zur sterilen Filtrierung von Luft für die Zellkultivierung eingesetzt oder dienen als Entlüftungssystem von gasenden Flüssigkeiten. Spezialität des Unternehmens sind nach den Worten des Leiters der Membranentwicklung, Dr. Andreas Hogrebe, sogenannte Oberflächenmembranen. Diese drei bis 36 Mikrometer dünnen Folien haben Porenöffnungen zwischen 0,1 und zehn Mikrometer. Zum Vergleich: Ein Mikrometer ist ein Tausendstel Millimeter. Ein menschliches Haar ist durchschnittlich 40 Mikrometer stark. Auf diesen Membranen kann beispielsweise künstliche Haut für die Behandlung von Brandwunden gezüchtet werden. 

Groß geworden ist das Unternehmen als Hersteller von Kunststoffdeckeln und Ausgießern für Kanister und Fässer. Die Kunststoff-Gehäuse von Dialysatoren, den austauschbaren Teilen in Dialysegeräten zur Blutreinigung, gehören ebenfalls zur Produktionspalette.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.