"Schritt in die Selbstständigkeit erleichtern"

Northeimer Wohngruppe soll junge Eltern im Familienalltag unterstützen  

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Freuen sich über die neue Einrichtung in Northeim (von links): Katharina Franzke (Geschäftsführerin Wohnen in Northeim), Arthur Lutsch (Prokurist Wohnen in Northeim), Gruppenleiterin Milena Mönkemeyer und Regine Schünemann (Leiterin Jugendhilfe am Rohns in Göttingen).  

Northeim. Junge Eltern, die bei der Bewältigung des Familienalltags Hilfe brauchen, haben in einer Wohngruppe der „Jugendhilfe Am Rohns“ in Northeim ein neues Zuhause gefunden.

Seit September des vergangenen Jahres betreibt die „Jugendhilfe Am Rohns“ mit Sitz in Göttingen in einem Mehrfamilienhaus an der Wallstraße in Northeim eine Einrichtung, wie es sie sonst nirgendwo in der Region gibt.

„Die Idee war, Müttern und Vätern, die in unseren vollstationären Gruppen betreut werden, den Schritt in die Selbstständigkeit zu erleichtern“, beschreibt Regine Schünemann, Leiterin der „Jugendhilfe Am Rohns“, das neue Konzept der Wohngruppe. Das sieht vor, dass den jungen Müttern und Vätern eigene Wohnungen zur Verfügung gestellt werden, in denen sie mit ihren Kindern leben können. Schünemann: „Das Motto unserer Arbeit lautet dabei: So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig.“

Alle Wohnungen bereits belegt

In dem Haus stehen fünf Wohnungen zur Verfügung, die inzwischen alle belegt sind. Zusätzlich gibt es noch eine Betreuerwohnung, in der pädagogisches Fachpersonal als Ansprechpartner für die jungen Eltern zur Verfügung steht. Das fünfköpfige Team organisiert unter anderem Ausflüge oder Einzelangebote zur individuellen Unterstützung der Bewohner und hilft bei Arzt- und Behördenbesuchen. In der Betreuerwohnung trifft sich die Hausgemeinschaft einmal in der Woche zum gemeinsamen Frühstück. Dort gibt es auch ein Spielzimmer, in dem die Kinder bei Bedarf betreut werden können.

„Vormittags sind die Kinder allerdings bei einer Tagesmutter, im Kindergarten oder in der Krippe untergebracht“, sagt Gruppenleiterin Milena Mönkemeyer. „Denn unser Ziel ist es ja, die Bewohner langfristig von der Gruppe unabhängig zu machen, und da gehört die Kinderbetreuung natürlich dazu.“ Leider gebe es in Northeim nicht genügend integrative oder heilpädagogische Plätze in Kindertagesstätten. Ein weiteres Problem sei, dass die Northeimer Kinderarztpraxen derzeit keine neuen Patienten aufnehmen, sodass längere Fahrten nach Göttingen oder Duderstadt notwendig seien.

Weitere Wohngruppe geplant

Abgesehen davon sei Northeim allerdings ein geradezu idealer Standort für die Gruppe, betont Schünemann. Nicht nur die Übersichtlichkeit der Stadt und die gute Erreichbarkeit des Bahnhofs seien große Vorteile, sondern auch die Nähe zu den Harz-Weser-Werkstätten, wo bereits ein Bewohner der Einrichtung eine Arbeit gefunden habe.

Ein weiterer wichtiger Punkt seien die relativ geringen Mietkosten. „In Göttingen wäre die Realisierung einer solchen Gruppe schon aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen“, sagt Schünemann und verrät, dass aufgrund der guten Erfahrungen und dank der Unterstützung durch Katharina Franzke, Geschäftsführerin von „Wohnen in Northeim“, bereits die Einrichtung einer weiteren Wohngruppe in Northeim geplant sei.

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