Mit einer Blüte bezahlt

Northeimer zu Bewährungsstrafe wegen gefälschten Zehners verurteilt

Geldscheine in einer Geldbörse
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Der 33-Jährige hatte seinen Einkauf mit einem falschen Zehneuroschein bezahlt.

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt werden, wurde jetzt ein 33-jähriger Northeimer vom Amtsgericht Northeim verurteilt.

Northeim – Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er sich des versuchten Inverkehrbringens von Falschgeld schuldig gemacht hat.

Der Angeklagte soll im Dezember 2019 zweimal mit jeweils einem gefälschten Zehneuroschein in der Shell-Tankstelle in Northeim bezahlt haben. Am ersten Prozesstag hatte eine Tankstellen-Kassiererin als Zeugin den Angeklagten nicht eindeutig identifizieren können.

Zum zweiten Termin waren drei weitere Zeugen geladen: ein Mitarbeiter der Tankstelle und zwei Polizisten. Der Mitarbeiter hatte am 19. Dezember 2019 am Nachtschalter gearbeitet, als der Täter Zigaretten mit einem falschen Zehneuroschein bezahlt hatte.

Als er bemerkte, dass es sich um eine Blüte handelte, war der Täter schon weg gewesen. Er sei er sich zu 100 Prozent sicher, dass es sich nicht um den Angeklagten handelte.

Minderschwerer Fall

Die beiden Beamten sagten aus, sie hätten den Angeklagten bei einem Vergleich der Videoaufnahmen des zweiten Vorfalls und polizeiinternen Fahndungsfotos wiedererkannt. Der 33-Jährige sei polizeibekannt.

Aufgrund der Aussage des Tankstellen-Mitarbeiters plädierte die Staatsanwaltschaft auf Freispruch im ersten Fall Die zweite Tat schätzte sie als minderschwer ein, da es sich um einen geringen Betrag handelte und es durch die aufmerksame Verkäuferin bei einem Versuch geblieben war. Sie plädierte auf eine fünfmonatige Freiheitsstrafe plus Zahlung von 300 Euro an eine gemeinnützige Organisation.

Laufende Bewährungszeit

Da sich der 33-Jährige wegen einer Verurteilung im vergangenen Jahr in einer Bewährungszeit befindet, schlug der Staatsanwalt vor, beide Urteile zusammenzufassen. Damals hatte er ein Jahr und fünf Monate erhalten. Nun sollte er eine Gesamtstrafe von einem Jahr und sieben Monaten bekommen, die Bewährungszeit sollte von Neuem beginnen.

Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Dem Angeklagten könnten beide Taten nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Das Gericht folgte dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft, verdoppelte die Geldstrafe jedoch auf 600 Euro. (Lea-Sophie Mollus)

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