Auf der Suche nach dem richtigen Ansprechpartner

Northeimerin erlebt Odyssee nach verlorener Tasche

Wieder vereint: Petra Pflugmacher aus Northeim und die Tasche ihres Sohnes, hier an der Northeimer Bushaltestelle Gardekürassierstraße. Foto: Schaffner

Northeim. Nachdem ihr Sohn eine Tasche im Schulbus vergessen hatte, wollte sich eine Mutter beim Busunternehmen nach dem Verbleib erkundigen - fand aber keinen Ansprechpartner.

Petra Pflugmacher aus Northeim muss sich in den vergangenen Wochen wie Asterix gefühlt haben. Der kleine Gallier soll im Film „Asterix bei den Römern“ für Julius Caesar ein Antragsformular besorgen und wird von einem Beamten zum nächsten kreuz und quer durchs Rathaus geschickt, weil sich niemand zuständig fühlt. Eine ähnliche Odyssee hat Petra Pflugmacher jetzt auch wegen einer im Bus vergessenen Tasche erlebt.

„Egal, bei wem ich angerufen habe, es war niemand zuständig“, sagt sie. Wochenlang habe sie ohne Erfolg versucht, sich nach dem Verbleib der Tasche zu erkundigen. Erst als sie sich an die HNA wandte, reagierte der Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN) - und fand die Tasche.

Nummer von der Haltestelle 

Rückblick: Anfang Juni fährt ihr Sohn mittags nach der Schule vom Northeimer Busbahnhof Gardekürassierstraße mit der Buslinie 230 der Firma Regionalbus Braunschweig (RBB) nach Edesheim. Zu Hause bemerkt er, dass er auf dem Sitz seine Tasche mit gelben Sportschuhen, Jeans, T-Shirt und einer roten Sporthose vergessen hat.

Sofort eilt seine Mutter zur Bushaltestelle, ruft die dort vermerkte Servicenummer in Göttingen an. „Dort sagte man mir, ich soll in Braunschweig anrufen“, erinnert sie sich. In der RBB-Zentrale erreicht sie jedoch niemanden und hinterlässt eine Bitte um Rückruf. Zwischenzeitlich fragt sie im Northeimer Fundbüro nach: Fehlanzeige. Sie fängt den Busfahrer der Linie 230 ab. Doch er weiß nichts von der Tasche, gibt ihr lediglich die Göttinger Telefonnummer.

„Da mich aus Braunschweig leider niemand zurückgerufen hat, habe ich noch einmal die Nummer in Göttingen gewählt“, erzählt sie. Diesmal wird sie automatisch an ein Callcenter in Hannover verbunden, das sie wiederum nach Holzminden weiterleitet. „Dort sagte man mir, dass ich in Göttingen anrufen soll.“ Nach einem Anruf-Marathon ohne Ergebnis wendet sich Petra Pflugmacher schließlich völlig verärgert an unsere Zeitung. Als die HNA bei der VSN-Pressestelle nachfragt, kommt endlich Bewegung in die Sache.

Kundendienst in Hannover 

VSN-Sprecherin Christine Eckert geht von einem Missverständnis aus. Seit April sei das Kundendienst-Center der RBB in Hannover für den Raum Northeim zuständig, teilt sie mit. Dort gebe es eine Fundsachendatei, in die alle Gegenstände eingegeben werden. „Der Kundendienst hat sofort Einblick und kann die Rückgabe der gefundenen Gegenstände veranlassen“. Im Fall Pflugmacher „kann es sein, dass zur Zeit der Anfrage das Verfahren noch nicht komplett umgesetzt war“, so die Sprecherin.

Wie bei Asterix gab es auch für Petra Pflugmacher schließlich ein Happy-End: Der VSN machte die inzwischen verloren geglaubte Tasche in der Göttinger RBB-Niederlassung ausfindig, stellte den Kontakt zu ihr her und übergab die Tasche.

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