Northeimerin hilft Bedürftigen mit zwei Facebook-Gruppen

Arbeit am Laptop: Silke Albo-Hussein pflegt am Computer ihre beiden Facebook-Gruppen „Northeim hilft“ und „Northeimer verschenken“. Foto: Zander

Northeim. Silke Albo-Hussein ist Administratorin der Facebook-Gruppen "Northeim hilft" und "Northeimer verschenken". Wir haben mit ihr über die Idee, die dahinter steckt, gesprochen.

Wenn Silke Albo-Hussein am Abend von einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, kann sie sich noch nicht ausruhen. Die Erzieherin, die bei der Stadt Northeim angestellt ist, öffnet ihren Laptop und bearbeitet als Administratorin ihre Facebook-Gruppen. Eine Nachricht hier, eine Bitte dort. Zum zusätzlichen Zeitaufwand sagt sie: „Ich arbeite schnell, ich weiß, was ich will.“

Und in erster Linie mache sie es von Herzen. Albo-Hussein kümmert sich in ihrer Facebook-Gruppe „Northeim hilft“ um Flüchtlinge und bedürftige Menschen. Vergangenes Jahr im November kam die Idee dazu auf: „Ich möchte einfach den ärmeren Leuten helfen und den Flüchtlingen einen guten Start in ihrer neuen Heimat ermöglichen“, erklärt die 52-Jährige.

In ihrer Gruppe werden Gebrauchsgegenstände aller Art verschenkt. Die Sorge, dass dort Menschen nur vortäuschen, bedürftig zu sein, hat sie nicht. „Da vertraue ich den Mitgliedern, das ist mir äußerst wichtig und geht auch nicht anders“, sagt sie. In „Northeim hilft“ fungiert sie auch als Ansprechpartnerin - sowohl öffentlich als auch privat. Sie kümmert sich um Anfragen, lädt Listen mit Kontaktpersonen hoch, bietet eine Orientierungshilfe und informiert über Dinge wie die Ausländerbehörde, Versicherungen, Bildung und Betreuung.

„Das sind viele Sachen, die unheimlich wichtig sind, aber viele Leute einfach nicht wissen“, sagt Albo-Hussein. Wenn die Leute schließlich fragen, wie sie sich bei ihr bedanken könnten, antworte sie immer: „Danke mir nicht, irgendwann hilfst du dafür einem anderen.“

Die zweite Gruppe, die Albo-Hussein betreut, heißt „Northeimer verschenken“. Die im Februar 2015 gegründete Gruppe hat über 400 Mitglieder, dennoch hält sich die Administratorin dort mehr zurück. Sie biete in dieser Gruppe nur die Plattform und regele die Rahmendaten, in Kontakt treten müssen die Mitglieder selbst. Auch hier hatte Albo-Hussein eine ganz eigene Motivation, die Gruppe ins Leben zu rufen: „Vor Ort in Northeim gab es so eine Gruppe noch nicht. Und als Mutter mehrerer Kinder weiß ich, wie es ist, an einigen Stellen sparen zu müssen“.

Die beiden Gruppen sind öffentlich und auf www.facebook.de unter ihrem jeweiligen Namen zu finden.

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