Verlagerung des Betriebshofs Northeim geplant

Personalrat macht Front gegen Umzug der Müllwerker

Der Garagenhof der Kreisabfallwirtschaft in der Northeimer Südstadt an der Matthias-Grünewald-Straße.
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Der Garagenhof der Kreisabfallwirtschaft in der Northeimer Südstadt an der Matthias-Grünewald-Straße.

Obwohl der Personalrat Front gegen die Verlagerung des Betriebshofs der Kreisabfallwirtschaft von Northeim nach Moringen macht, hat der Kreisabfallwirtschaftsausschuss einen Neubau im Moringer Gewerbegebiet empfohlen.

Northeim - Die Entscheidung fiel mit sieben zu drei Stimmen. Ein Mitglied enthielt sich der Stimme. Das letzte Wort über die mit neun Million Euro veranschlagte Investition hat am Freitag, 4. Dezember, der Kreistag.

Zuvor soll der Personalrat mit seiner Vorsitzenden Petra Schmalle am 30. November noch einmal vor dem nicht öffentlich tagenden Kreisausschuss seinen Standpunkt erläutern.

Schmalle und ihr Kollege Christian Sakel kritisierten unter anderem, dass es im Gutachten für die Verlagerung keine Angabe über die Grundstückskosten für einen Neubau des Betriebshofs in Northeim gebe. Auch sei die Berechnung für die eingesparten Fahrkosten von 226 000 Euro auf Basis von Google Maps erfolgt. Hätte man sie mit einem Lkw-Navi gemacht, lägen sie bei „nur“ 100 000 Euro, sagte Sakel.

Petra Schmalle

Zu den fehlenden Angaben über die Grundstückskosten sagte KAW-Leiter Dirk Fröchtenicht, Angaben für das betreffende Grundstück seien von der Klosterkammer nicht zu erhalten gewesen. Deshalb habe man sich an den Zahlen für das geplante Amazon-Areal orientiert – und die seien zu hoch gewesen. Bei der Kilometerberechnung habe der Gutachter die Tourenpläne der Fahrzeuge als Grundlage genommen.

KAW-Verwaltungsleiter Günter Gniech warf dem Personalrat mangelnde Fairness vor. Dieser habe seit August Fragen stellen können. Die Belegschaft sei informiert worden. „Ich verwahre mich gegen den Vorwurf, dass der Personalrat auf der Strecke geblieben ist.“

Northeims Bürgermeister Simon Hartmann kämpfte ebenfalls für einen Neubau des Kreisgaragenhofs in Northeim: Die Stadt habe bereits Einrichtungen verloren, so die Zentrale der Kreisvolkshochschule, die nach Drüber verlegt wurde. Er bat, dass die Stadt an den Planungen beteiligt werde, wenn es um die Zukunft des alten Standorts gehe.

Alter Betriebshof ist sanierungsbedürftig

Der Neubau des Betriebshofs der Kreisabfallwirtschaft wird erforderlich, weil der alte Standort den Anforderungen nicht mehr entspricht und sanierungsbedürftig ist. Die rund 100 Mitarbeiter sind im Jahr verantwortlich für die Entsorgung von 23 000 Tonnen Restmüll, 10 000 Tonnen Altpapier und 12 000 Tonnen Bioabfälle. Die 40 Entsorgungsfahrzeuge legen laut Kreisabfallwirtschaft zusammen jährlich 800 000 Kilometer zurück. Das entspricht 20 Erdumrundungen.

(von Hans-Peter Niesen)

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