Ultraschnelle Ladung für E-Autos in Northeim

Hochleistungs-Ladesäule an der Autobahn 7

Notwendig für den Weg in die Zukunft der E-Mobilität: Thomas Jordan vom Northeimer Autohof an der Westerlage zeigt eine der beiden neuen Hochleistungs-Ladesäulen.
+
Notwendig für den Weg in die Zukunft der E-Mobilität: Thomas Jordan vom Northeimer Autohof an der Westerlage zeigt eine der beiden neuen Hochleistungs-Ladesäulen.

Der Northeimer Aral-Autohof an der Autobahn 7 gehört zu den ersten 25 Aral-Tankstellen in Deutschland, bei denen der Mineralölkonzern zwei neue Hochleistungs-Ladesäulen (Aral pulse) mit vier Ladepunkten installiert hat.

Northeim – Mit bis zu 350 Kilowatt kann hier der Strom in die Elektrofahrzeuge fließen, vorausgesetzt die Autos können das technisch schon.

Stimmt die Fahrzeugtechnologie, dann kann hier laut Aral-Pressesprecher Detlef Brandenburg innerhalb von zehn Minuten so viel Öko-Strom „getankt“ werden, dass damit wiederum rund 350 Kilometer zurückgelegt werden können. Selbstverständlich gebe es aber auch für alle anderen E-Autos mit CCS- und CHAdeMO-Anschlüssen die Option, hier Strom zu beziehen.

Bezahlt wird der Ladevorgang mit einer der gängigen Apps, die die meisten E-Autofahrer vom ADAC oder ihrem Stromanbieter, bereits auf ihrem Smartphone haben. Alternativ ist aber auch eine Zahlung per Kreditkarte und in naher Zukunft auch per Paypal möglich, so Tankstellenbetreiber Thomas Jordan. Je nach Zahlungsmittel sei auch der Preis pro Kilowattstunde unterschiedlich.

Noch fehlt ein Dach über den Säulen, doch das solle noch kommen, berichtet Jordan. Damit die Fahrer der Wagen nicht in Schnee und Regen stehen müssen.

Aral wolle in Zukunft, wo es möglich ist, die E-Ladesäulen auch zu den normalen Zapfsäulen unter das Tankstellendach integrieren, erklärt Brandenburg. Ziel sei es, „Kunden das zu bieten, was auch beim Betanken von fossilen Betriebsstoffen üblich ist“, nur dann und damit hänge auch die Geschwindigkeit des Ladevorgangs zusammen, sei auch das Fahren von längeren Strecken auf der Autobahn mit E-Auto für die Fahrer interessant. Und wenn ein Elektro-Fahrzeug vergleichbare Leistung und Komfort wie Fahrzeug mit bisheriger Antriebstechnik erreichen würde, dann werde sich die Technik auch weiter durchsetzen.

Angesichts der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sei nun die Zeit reif, auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur zu beschleunigen, heißt es in einer Pressemitteilung des Mineralölkonzerns.

Aral wolle in diesem Segment der führende Anbieter werden, betont Brandenburg. Bis zum Jahresende sollen deutschlandweit 500 Ladepunkte mit bis zu 350 Kilowatt Ladeleistung an 120 Tankstellen in Betrieb sein.

Über die Kosten, die für die Installation der Ladesäulen entstehen, schweigt sich Aral aus. Diese hingen von den Voraussetzungen vor Ort ab, wie beispielsweise die Strominfrastruktur gegeben sei. Aus Wettbewerbsgründen wolle man auch keine Angaben zu den Investitionen in Northeim machen.

Tankstellen der Zukunft

Der Mineralölkonzern gehe von einem deutlichen Wachstum im Bereich E-Mobilität aus. Laut einer gemeinsamen Studie von Aral und dem Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sei es vorstellbar, dass sich Tankstellen zu Mobilitäts-Umsteigepunkten wandeln werden. Insbesondere in Städten könne dann dort ein Wechsel zwischen E-Auto, zum E-Scooter sowie zu Bussen oder Straßenbahnen erfolgen, sagt Brandenburg.

Auch könnten in Zukunft noch andere Energieträger bei der Mobilität eine Rolle spielen. So könne es durchaus sein, dass die Tankstelle der Zukunft verschiedene Angebote mache, von Gas über Strom bis zu Wasserstoff. (Rosemarie Gerhardy)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.