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Nuschelrock mit Dating-Tipps in der Northeimer Stadthalle

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Arme hoch: Die beiden Puppenspieler Martin Reinl (links) und Carsten Haffke leisteten bei ihrer Show zwei Stunden lang Schwerstarbeit.
Arme hoch: Die beiden Puppenspieler Martin Reinl (links) und Carsten Haffke leisteten bei ihrer Show zwei Stunden lang Schwerstarbeit. © Herma Niemann

Die beiden aus vielen Fernsehshows bekannten Puppenspieler Martin Reinl und Carsten Haffke waren mit ihrer Comedyshow zu Gast in der Northeimer Stadthalle.

Northeim – Das war ein zweistündiger Großangriff auf die Lachmuskeln des Publikums, das Samstagabend in der Stadthalle in Northeim die Puppenspieler Martin Reinl und Carsten Haffke mit ihrer Comedyshow „Unter Puppen“ erlebte. Und die ließen zwei Stunden lang „die Puppen tanzen“.

Der Star des Abends war natürlich der Fernsehhund Wiwaldi, der durch die Show führte. „Wir werden heute Abend viel improvisieren und Probleme lösen“, so Wiwaldi gleich zu Beginn, „obwohl ich schon sehe, dass der ein oder andere sein Problem mitgebracht hat“.

Skurrile Sketche, jede Menge bissige Pointen und die dazu passende schräge Mimik der Puppen machten den Abend zu einer perfekten Mischung aus Stand-up- und Impro-Comedy, alles natürlich nicht ganz ernst gemeint, und teilweise auch nicht ganz jugendfrei.

Aber das müsste bei einer „Puppenshow“, die nicht am Nachmittag, sondern um 20 Uhr beginnt, klar gewesen sein. Und so hatten Wiwaldi und seine Freunde, wie etwa der Jammerlappen, das alte Zirkuspferd Horst-Pferdinand und die Kakerlake, auch derbe Sprüche im Gepäck. Kleine eingespielte Videos, zum Beispiel mit dem Ehepaar Flönz aus Nippes, lockerten die Nummern auf der Bühne auf.

Als heimlichen Star des Abends könnte man aber wohl die schüchterne Charming Traudl bezeichnen. Mit ihrer ganz eigenen nuschelnden Art, den runtergezogenen Mundwinkeln und ihren dunklen Augenringen eroberte sie schnell die Herzen des Publikums.

Köstlich war auch die Nummer mit Dating-Tipps eines Hais für Traudl, die in gesungener Form eigentlich nur einen Tipp beinhalteten, nämlich: „Trink doch erst mal 90 Wein“.

Kaum aufhören zu lachen konnten die Zuschauer aber auch bei dem Versuch von Traudl, in die Charts zu kommen, nämlich mit ihrem Album „Nuschelrock“. Daraus präsentierte Traudl gekonnt den Song „Hello“ von Adele und wurde dabei immer wieder von einem Sänger unterbrochen, der Ähnlichkeit mit dem Designer Harald Glööckler hatte.

Besonders die Improvisationen, an denen anscheinend Reinl und Haffke selbst mächtig Spaß hatten, sorgten dafür, dass die Show zu einem echten Unikat wurde. An diesem Abend war es die laut des Publikums „kaputte und langweilige Fußgängerzone“ von Northeim, die sich wie ein Running Gag durch den gesamten Abend zog. Zum Glück hatten sie in ihrer Rubrik „Zuschauer fragen - Experten antworten“ den aus Grönland stammenden Stadtplaner Dr. Pohl (klein, grün, fusselig), dabei, der auch in Zeichensprache eigentlich nicht wirklich erklären konnte, was bei der Planung der Fußgängerzone schief gelaufen war.

Gelungen war auch die Improvisationsnummer, bei der Reinl und Haffke als doppelköpfiges Ungeheuer einen Liebesbrief an Helene Fischer aufsetzten und sich dabei nicht etwa bei jedem Satz, sondern bei jedem Wort abwechselten.

Wer Wiwaldi und seine Freunde bisher nur aus dem Fernsehen kannte, musste an dem Abend feststellen, dass es für die beiden Puppenspieler ganz schön harte Arbeit bedeutet, um das Publikum zum Lachen zu bringen.

Sie schlüpften in zig verschiedene Rollen, hüpften und sprangen, verstellten ihre Stimmen und sangen, und das alles immer mit nach oben ausgestreckten Armen, damit die Puppen auf dem Monitor vor dem Show-Hintergrund echt wirken. Das Publikum konnte die Show auf zwei Bildschirmen, aber eben auch die beiden Puppenspieler in Aktion sehen. (yhn)

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