Fünf Wohncontainer sowie ein Büro- und ein Sanitär-Container sind geplant

Obdachlose bekommen Wohncontainer am Northeimer Stadtrand

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Areal am Stadtrand: Auf dem Gelände der Friedhofsverwaltung Am Lohgraben sollen die Wohncontainer für die Obdachlosen aufgestellt werden.

Northeim. Die Northeimer Obdachlosenunterkunft in der Mauerstraße soll zum 1. April geräumt werden. Das hat die Stadt Northeim den Bewohnern in einem der HNA vorliegenden Schreiben angekündigt.

Sie sollen sich dann auf dem Gelände der Garten- und Friedhofsverwaltung Am Lohgraben einfinden, heißt es in dem Brief. Dort, am Northeimer Ortsausgang in Richtung Katlenburg, will die Stadt sie dann in Wohncontainern unterbringen.

Es sollen fünf Wohncontainer sowie ein Büro- und ein Sanitär-Container mit Duschen und Toiletten dort aufgestellt werden, bestätigte Northeims Kämmerer Jörg Dodenhöft auf Anfrage. Sie werden nach seinen Worten Platz für 15 Obdachlose bieten. „Wir gehen davon aus, dass das reicht“, so Dodenhöft. Im Quartier in der Mauerstraße leben aktuell 15 Obdachlose.

Dabei betonte der Kämmerer, dass der Begriff Container deutlich negativer klinge als die Domizile seien, die aufgestellt werden. Heutzutage würden wie aktuell bei der Kardinal-Bertram-Schule in Sudheim geplant, auch hochwertige Schulerweiterungen aus Containern gefertigt.

Die Unterbringung der Obdachlosen in Containern soll trotzdem nur eine Übergangslösung sein. Nach Dodenhöfts Angaben sind sie für 20 000 Euro für ein Jahr gemietet. Die Stadt will eine neue Obdachlosenunterkunft bauen. Die Planungen dafür seien bereits im Gang. Wo das neue Gebäude entstehen soll, stehe allerdings noch nicht fest. Die gemietete Unterkunft in der Mauerstraße gibt die Stadt wegen Brandschutzmängeln auf. Einige Räume dort seien deshalb bereits seit längerem geschlossen (HNA berichtete).

Die Wohn-Container, die am Lohgraben für die Obdachlosen aufgestellt werden sollen, sind möbliert mit Tisch, Bett, Stuhl und einem abschließbaren Spind. Außerdem verfügen sie über ein Waschbecken. Toiletten und Dusche sollen im Sanitärcontainer bereit gestellt werden.

Eigene Möbel können die Obdachlosen nicht mitbringen. Wie es in dem Schreiben der Stadt an die Bewohner der Mauerstraße 9 heißt, bestehe keine Verpflichtung der Stadt, überzählige Möbel unterzubringen. Gegenstände, die sich noch nach dem Auszug der Bewohner in der bisherigen Unterkunft befinden, will die Stadt entsorgen.

Laut des Schreibens an die Obdachlosen in der Unterkunft hat es bereits im vergangenen September das Angebot gegeben, Dinge, die in der neuen Unterkunft nicht untergebracht werden können, zu entsorgen. Dazu sei ein Müll-Container aufgestellt worden.

Auch Haustiere sollen in den Wohncontainern keinen Platz finden. Deshalb hat die Verwaltung die Obdachlosen auch aufgefordert, eventuell vorhandene Tiere ins Tierheim zu geben. Einige der Bewohner der Mauerstraße halten Hunde.

Tierhaltung in Obdachlosenunterkünften sei eigentlich grundsätzlich verboten, betonte Dodenhöft. Überhaupt sollte die Unterbringung in einer Obdachlosenunterkunft nur über einen vorübergehenden Zeitraum erfolgen. Wer Tiere halten möchte, müsse sich eben um anderen Wohnraum bemühen.

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