Ohne Stützmauern geht es nicht

Bebauungsplan für neues Northeimer Baugebiet muss geändert werden

Die Hanglage des neuen Baugebietes am südlichen Wieter erweist sich für die Bauherrn als großes Problem, denn der Einbau von Stützmauern ist laut Bebauungsplan hier bislang nicht gestattet.
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Die Hanglage des neuen Baugebietes am südlichen Wieter erweist sich für die Bauherrn als großes Problem, denn der Einbau von Stützmauern ist laut Bebauungsplan hier bislang nicht gestattet.

Nach massiver Kritik von Bauherrn soll der Bebauungsplan „Südlicher Wieter“ geändert werden

Northeim – Der seit Oktober 2019 rechtskräftige Bebauungsplan für den Bereich „Südlicher Wieter“ soll noch einmal geändert werden. Dafür hat sich der Northeimer Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung einstimmig ausgesprochen.

Hauptkritikpunkt der Bauwilligen ist das Verbot für den Bau von Stützmauern auf den in Hanglage befindlichen Grundstücken. Ziel der Planer war es, eine Terrassierung und damit unzulässige Modellierung des natürlichen Geländes zu verhindern. Nach den Erfahrungen mehrerer Bauherren, deren Häuser sich in unterschiedlichen Baustadien befinden, führt daran aber kein Weg vorbei.

„Wir brauchen Ihre Hilfe“, appellierte einer der Bauherren in der Sitzung an die Ausschussmitglieder und machte seine Verzweiflung deutlich. Er berichtete, dass bei Regen der Schlamm vom Hang heruntergelaufen sei und bis zu einem Meter hoch an seinem Haus gestanden habe. So etwas ließe sich nur durch Stützmauern vermeiden, zitierte er einen beauftragten Landschaftsbauer und gab zu bedenken, dass er angesichts solcher Bedingungen vermutlich keinen Versicherungsschutz für sein neues Haus bekommen werde.

„Dieser Bebauungsplan ist schlecht und nicht umsetzbar, er scheitert an der Realität“, brachte eine Zuhörerin die Ansicht der Bauwilligen auf den Punkt. Und eine weitere berichtete, dass ihre Architektin wohl noch nie so einen restriktiven Bebauungsplan gesehen habe.

Probleme gibt es laut der Bauherrn auch mit den aus ihrer Sicht nicht nachvollziehbaren zulässigen Trauf- und Firsthöhen, die einigen Häuslebauer bei den Planungen einen Strich durch die Rechnung machen.

Für die CDU-Fraktion bat Ratsherr Ansgar Lürig bei den per Video zugeschalteten Bauherrn um Verständnis, dass man beim Beschluss des Bebauungsplanes die Tragweite einiger Regelungen nicht habe ermessen können. Er beantragte, eine Änderung des Bebauungsplanes in die Wege zu leiten.

Diese wird sich laut dem Northeimer Baurat Frederik Backhaus allerdings aus rechtlichen Gründen nicht kurzfristig umsetzen lassen. FDP-Ratsherr Eckhard Ilsemann empfahl daher, sich die dem Beschluss zugrunde liegenden Begründungen für die jeweiligen Einschränkungen noch einmal genauer anzuschauen. Er vermutet, dass man bis zur Änderung des Bebauungsplanes mit Ausnahmegenehmigungen den Bauherren bei ihren Problemen weiterhelfen kann.

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