Olli und Mogli im Northeimer Bürgersaal 

+
Informierten über die Freimaurerei: Jörg Dodenhöft (von links), Dr. Volker Bullwinkel, Manfred Linner (Meister vom Stuhl) und Dr. Manfred Schwörer.

Northeim - Die Einbecker Freimaurerloge Georg zu den drei Säulen hatte zu einem Filmabend eingeladen.

Was haben Dick und Doof, die Zauberflöte und das Dschungelbuch gemeinsam? Sie alle wurden von Menschen geschaffen, die Freimaurer waren,

Das war nur eine von vielen Erkenntnissen, die die Besucher eines Filmabends mit nach Hause nehmen konnten, zu dem die Einbecker Freimaurerloge Georg zu den drei Säulen in den Northeimer Bürgersaal eingeladen hatte.

Mit Veranstaltungen dieser Art möchte die Loge, die derzeit 35 Mitglieder hat – darunter acht aus Northeim – die Öffentlichkeit über die Freimaurerei informieren (wir berichteten).

Bei der Auftaktveranstaltung erfuhren die rund 40 Gäste anhand kurzer Filmausschnitte, dass Stan Laurel, Oliver Hardy, Wolfgang Amadeus Mozart, Walt Disney und Rudyard Kipling Freimaurer waren, die ihr künstlerisches Wirken stets mit den idealen der Freimaurerei verknüpft und auf diese Weise die gesellschaftliche Entwicklung ebenso beeinflusst haben wie die Politiker Friedrich der Große, Roosevelt, Churchill und Stresemann, die allesamt ebenfalls Freimaurer waren.

Freiheit der Gedanken

Die Grundwerte der Freimaurerei seien die Gedankenfreiheit und die Gleichheit sowie das Eintreten der Starken für die Schwachen, betonte Manfred Linner aus Langenholtensen, der als sogenannter „Meister vom Stuhl“ Vorsitzender der Freimaurerloge ist.

Er selbst sei Freimaurer geworden, weil er nach einer Möglichkeit gesucht habe, sich regelmäßig in einer Art und Weise mit anderen Menschen über gesellschaftliche Themen zu unterhalten, die über die Diskussion am Stammtisch hinaus gehe. Dass die Gespräche nach einem traditionellen Ritual abliefen und über ihren Inhalt nichts nach außen getragen werde, habe dazu geführt, dass die Freimaurerei von Außenstehenden skeptisch betrachtet werde, insbesondere von den Kirchen.

„Wir suchen keine neuen Mitglieder, sondern wer Freimaurer werden möchte, sucht uns“, so Linner.

Wer sich als „Suchender“ für die Freimaurerei interessiert, kann an einem sogenannten offenen Gespräch teilnehmen, bei dem auch Nichtmitglieder willkommen sind.

Laut Linner kann es ein Jahr dauern, bis durch die sogenannte rituelle Kugelung über die Aufnahme in die Loge entschieden wird. Bei diesem alten Ritual werfen die Brüder, wie sich die Logenmitglieder untereinander nennen, zur Abstimmung weiße (bei Zustimmung) oder schwarze (bei Ablehnung) Kugeln in eine Holzschachtel. „Dabei gibt es aber nur Zustimmungen“ verrät Linner schmunzelnd. „Denn wir möchten nicht, dass jemand bei uns sein Gesicht verliert. Sollte die Loge nämlich zu dem Ergebnis gekommen sein, dass der Suchende nicht zu uns passt, wird er erst gar nicht zu einer Kugelung eingeladen.“

Wer mehr über die Freimaurerei erfahren möchte, hat am Donnerstag, 9. Mai, bei einem offenen runden Tisch in Einbeck (Hubeweg 37) die Gelegenheit dazu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.