Neuanschaffung in Coronazeit

Neues digitales Orgelsystem in Northeim für St. Sixti und den Kirchenkreis

Die neue digitale Orgel wurde in der Sixti-Kirche Northeim vom Kantorenpaar Meike Davids und Benjamin Dippel (vorn) vorgestellt. Hinten sind (v. l.) Dr. Christian Steigertahl (Sixti-Kirchenvorstand), Ute Assmann (KSN-Vorstandsvorsitzende), Gernot Bollerhei (KSN), Michael Nolte (Stiftung Kirchenmusik Sixti) und Superintendent Jan von Lingen zu sehen.
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Die neue digitale Orgel wurde in der Sixti-Kirche Northeim vom Kantorenpaar Meike Davids und Benjamin Dippel (vorn) vorgestellt. Hinten sind (v. l.) Dr. Christian Steigertahl (Sixti-Kirchenvorstand), Ute Assmann (KSN-Vorstandsvorsitzende), Gernot Bollerhei (KSN), Michael Nolte (Stiftung Kirchenmusik Sixti) und Superintendent Jan von Lingen zu sehen.

Der Kirchenkreis Leine-Solling hat ein neues digitales Orgelsystem angeschafft.

Northeim - Das neue Instrument wurde bereits bei den Konfirmations-Gottesdiensten auf der Baustelle der Northeimer Sixti-Kirche in Betrieb genommen. Die 300 Jahre alte Sixti-Orgel ist derzeit wegen der Innenrenovierung der Northeimer Stadtkirche nicht nutzbar.

Treibende Kraft hinter der Anschaffung des digitalen Instruments, das in Bausatzform transportabel ist, ist das Northeimer Kreiskantorenpaar Meike Davids und Benjamin Dippel.

Die beiden haben die Einzelelemente des 5000 Euro teuren mobilen Systems, dessen Herzstück ein rechnerbasiertes Computerprogramm ist, selbst ausgesucht und zusammengestellt.

Mit finanziert wurde die Anschaffung von der Kreis-Sparkasse Northeim (KSN). Das Geldinstitut gab 1200 Euro zum Kauf des Instruments dazu.

Das Orgelsystem umfasst nicht nur drei Manuale, ein transportables Orgel-Vollpedal, einen Hochleistungsrechner mit 64 Gigabyte-Arbeitsspeicher nebst externer Soundkarte und Bildschirm, sondern auch drei Lautsprecherboxen mit Bassbox und ein mobiles Regalsytem.

Einen Eindruck von den Möglichkeiten, die das neue Orgelsystem bietet, gaben die Kreiskantoren nicht nur bei den Nachhol-Konfirmationen am vorigen Wochenende im Chor der Sixti-Kirche, sondern am Montag auch bei eine Vorführung des Instruments vor Vertretern der Presse, der KSN, des Kirchenkreises und der Sixti-Gemeinde.

Fast jede berühmte Kirchenorgel der Welt lässt sich über die Software „Hauptwerk“ in den Rechner laden, erklärt Benjamin Dippel und lässt Sekunden später die weltberühmte Hauptorgel der St. Laurentskirche in Rotterdam mit ihren 84 Registern in der Northeimer Sixti-Kirche eigenhändig erklingen. Zwölf Orgelberühmtheiten hat Dippel derzeit zur Verfügung. Es könnten jederzeit mehr werden.

Geplant, so berichtet der Kantor, sei übrigens auch, dass nach Beendigung der Bauarbeiten in St. Sixti auch der Klang der 300 Jahre alten und von Organisten international geschätzten Gloger-Orgel in Northeim vom Software-Hersteller digitalisiert und dann weltweit für Organisten zur Verfügung stehen wird.

Digital können Benjamin Dippel und Meike Davids die berühmtesten Orgeln dieser Welt erklingen lassen.

„Wichtig ist uns auch der pädagogische Aspekt, der mit dem neuen Instrument erfüllt werden kann“, ergänzt Kantorin Meike Davids. So könnten Teile der Digital-Orgel auch in Klassenräumen in Schulen verwendet werden, um das Interesse der Kinder an Orgelmusik zu wecken. Schließlich sei die Orgel ja das „Instrument des Jahres.“

In Zukunft seien, und das sei auch im Hinblick auf Corona sehr wichtig, diverse Open-Air-Veranstaltungen mit dem Instrument möglich und geplant. Orgelkonzerte an ungewöhnlichen Orten seien machbar, sogar im Freien und doch mit dem vollen Sound und Halleffekt eines großen Gotteshauses.

Der Einsatz soll sich nicht nur auf Northeim beschränken, sondern auf dem gesamten Kirchenkreis Leine-Solling.

Service: Hörbeispiele finden sich im Internet auf Youtube unter Musik an St. Sixti

(Axel Gödecke)

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