Northeimer Rat stimmt gegen Neubau des Feuerwehrhauses

Ortsfeuerwehr Berwartshausen vor dem Aus

Nicht mehr zeitgemäß: Die Unterbringung der Ortsfeuerwehr in einem Scheunennanbau. Archivfoto: Kathrin Plikat
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Nicht mehr zeitgemäß: Die Unterbringung der Ortsfeuerwehr in einem Scheunenanbau.

Die Ortsfeuerwehr Berwartshausen bekommt kein neues Feuerwehrhaus. Mit 13 zu 21 Stimmen fand der SPD-Antrag, die dafür im Haushalt für das kommende Jahr vorgesehene eine Million Euro zweckgebunden zu belassen, im Northeimer Stadtrat keine Mehrheit.

Northeim – Das Geld soll nun für ein anderes Feuerwehrhaus verwendet werden. Die Sozialdemokraten hatten in der Haushaltsdebatte am Mittwochabend beantragt, dass über diesen Punkt separat abgestimmt wird.

Ohne neues Feuerwehrhaus steht die Ortsfeuerwehr in der 85-Einwohner-Ortschaft vor dem Aus. Ihr derzeitiges Quartier, ein Scheunenanbau erfüllt schon seit Langem nicht mehr die gesetzlichen Mindestanforderungen. Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank, das die Wehr erhalten sollte, würde dort nicht hineinpassen.

Konsequenterweise wurde auch diese Anschaffung aus dem Haushalt für das kommende Jahr gestrichen.

Die zuvor bereits vom Feuerwehrausschuss, dem Finanzausschuss und dem Verwaltungsausschuss mehrheitlich empfohlene Aufhebung der Zweckbindung nannte Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) ein fatales Zeichen an die Feuerwehr Berwartshausen und das  gesamte Ehrenamt. Damit würden alle Signale der Vergangenheit an die Berwartshäuser Wehr konterkariert.

Noch im vergangenen Sommer schien der Neubau nur eine Formsache zu sein. Auch sein Hinweis, dass das Northeimer Stadtkommando um mehr Zeit für die Brandschutzplanung gebeten habe, änderte nichts an der Mehrheitsmeinung.

Eine solche Investition sei nur gerechtfertigt, wenn das Bestehen der Ortsfeuerwehr noch für 20, 30 Jahre gesichert sei, begründete Reta Fromme (CDU) die Haltung ihrer Fraktion: „Das sehen wir nicht.“

Die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Berwartshausen infrage zu stellen, gehe zu weit“, meinte dagegen SPD-Fraktionsvorsitzender Sebastian Penno (SPD).

Man dürfe die Wehr „nicht mir nichts, dir nichts“ einfach aufgeben.

„Es wird niemandem etwas weggenommen“, erläuterte dagegen CDU-Fraktionschef Heiner Hegeler, dass mit der Aufhebung der Zweckbindung noch keine Entscheidung über eine konkrete andere Verwendung des Geldes verbunden sei.   (ows)

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