Platz im Nachbarort reicht nicht aus

Ortsrat will Abgabe des Kindergartens an freien Träger

Mittendrin: Der Kindergarten in Lagershausen stellt geografisch und vom dörflichen Leben her den Mittelpunkt der 270-Seelen-Ortschaft dar. Das Luftbild zeigt das Gebäudeensemble mit Kindergarten, Feuerwehrhaus (dahinter) und Backhaus (rechts). Foto: Gödecke

Lagershausen. Der Ortsrat von Lagershausen strebt einen Sonderweg für den Kindergarten des Dorfes an, um ihn zu erhalten.

Der Ortsrat hat den Stadtrat jetzt aufgefordert, einen Sonderbeschluss zum Thema Kindergarten Lagershausen zu fassen, mit dem Ziel, die Einrichtung auf einen anderen Träger zu übertragen. So könne der Fortbestand am ehesten gesichert werden.

Der Sonderbeschluss ist aus Sicht des Ortsgremiums sowie des Kindergartenfördervereins und der Elternvertretung deshalb notwendig, weil es im Rat Tendenzen gebe, die von der Verwaltung vorgeschlagene Abgabe der städtischen Kindertagesstätten an andere Träger nicht weiter zu verfolgen.

Komme es jedoch dazu und kehre die Stadt dann zurück zur ursprünglichen Fortschreibung ihres Kindertagesstätten-Zukunftskonzepts, dann stehe die ultimative Schließung der beiden Kindergärten in Lagershausen und Hohnstedt bevor, heißt es in dem vom Ortsrat eingereichten Antrag an den Stadtrat.

Differenziert entscheiden

Die Entscheidung der Mehrheit der Northeimer Ortsräte bei ihrer gemeinsamen Sitzung in der Stadthalle, nämlich die Frage der Trägerschaft der Kindergärten differenziert für jede Einrichtung zu betrachten und nicht nur als Gesamtpaket pro oder contra Abgabe an freie Träger zu diskutieren, werde von den großen Ratsfraktionen SPD und CDU missachtet, heißt es weiter. Dies hätten Aussagen von Vertretern beider Fraktionen im Schulausschuss gezeigt.

Offensichtlich solle der Kindergarten Lagershausen aus parteipolitischen Erwägungen heraus geschlossen werden, fahren die Unterzeichner des Antrags, Ortsbürgermeister Hans-Henning Meinecke, Karl-Heinz Heere, Hans Hermann Lehmann, Stephan Müller und Henning Wicke, fort. Die aktuell niedrige Kinderzahl sei nur ein willkommenes Argument. Dabei sei diese Entwicklung nur eine Folge der „Propaganda der vergangenen drei Jahre“, dass Lagershausen geschlossen werden soll.

Bereits für das laufende Kindergartenjahr lägen zwei weitere und ab August 2015 vier weitere Anmeldungen vor, ohne dass Kinder den Kindergarten verlassen. Damit würden mit Beginn des nächsten Kindergartenjahres - aufgrund der Doppelzählung von unter Dreijährigen - mindestens 18 Kinder den Lagershäuser Kindergarten besuchen.

Platz reicht nicht aus

Die Schließung der Einrichtung in Lagershausen könne für die Stadt und den Kindergarten im benachbarten Langenholtensen ein böses Erwachsen geben, schreibt der Ortsrat.

Grund: Für dann insgesamt 25 Krippenkinder und 71 Kindergartenkinder, die alle in Langenholtensen untergebracht werden müssten, sei dort nicht genügend Platz vorhanden. Man müsste entweder Kinder nach Northeim schicken oder in Langenholtensen zusätzlich bauen, während in Lagershausen ein „1-A-Kindergarten“ leer stünde. (goe)

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