Gottesdienst für Rettungs- und Feuerwehrkräfte: „Passen Sie gut auf sich auf!“

In festlicher Atmosphäre wurde am Sonntag ein Gottesdienst für die ehren- und hauptamtlichen Retter im Landkreis Northeim gefeiert. Foto:  Eriksen

Northeim. Den barmherzigen Samariter wählten die Pastoren Stefan Leonhardt und Torsten-Wilhelm Wiegmann als Ausgangspunkt für ihre Teile der Predigt im Gottesdienst in der Northeimer St.-Sixti-Kirche für Retter und Helfer.

Mittelpunkt war ein Einsatzbericht von Northeims Ortsbrandmeister Bernard Krzepina. Er schilderte, wie Feuerwehr und Rettungsdienst vor einigen Jahren im Wettlauf mit der Zeit und bei brütenden 35 Grad im Schatten um das Leben eines eingeklemmten LKW-Fahrers gekämpft hatten. Es gelang ihnen, dessen Leben und dessen Bein zu retten. Der Gerettete dankte in einem Brief, den er noch im Krankenhaus schrieb. „Das ist leider nicht die Regel, aber es baut uns natürlich auf, es ehrt uns.“

Dort, wo man sich von der Not eines anderen berühren lasse und ihm die helfende Hand reiche, wie der Samariter, dort erfahre man etwas von Gott selbst, so Leonhardt. Das sei ein beglückendes Gefühl, ein Stück Himmel auf Erden, ein Stück Ewigkeit.

„Wir können uns erst nach einem Einsatz um unsere Seele kümmern“, sagte Krzepina. Beide Pastoren betonten, wie wichtig es sei, auf sich aufzupassen und das Gespräch zu suchen, um belastende Erfahrungen verarbeiten zu können, aber auch, um sich über Erfolge zu freuen.

Der Retter-Gottesdienst war ein dreifacher Dankes-Gottesdienst, so Wiegmann: Dank an die Retter und Helfer, Erntedank und Dank an Gott. Passend zur Gottesdienstüberschrift „An Tagen wie diesen“ spielte der Feuerwehrmusikzug Fredelsloh unter Leitung von Andreas Wiese das bekannte Lied von den Toten Hosen. Zunächst glänzte Schlagzeuger Emanuel Wallat als rockiger Gesangssolist, danach sang die ganze Gemeinde mit.

Die weiteren Gemeindelieder begleitete Cathrin Bake an der Orgel. Die Musikstudentin aus Herford ist derzeit Orgelpraktikantin bei Kreiskantor Benjamin Dippel. Die Lesung übernahm die langjährige Notfallseelsorgerin Jutta Donsbach. Als festliches Postludium spielte der Musikzug „Highland Cathedral“ und wurde mit lang anhaltendem Beifall bedacht.

Bei strahlendem Sonnenschein blieben Retter, Helfer und die anderen Gottesdienstbesucher noch lange vor dem Kirchenportal zusammen und genossen den leckeren Erbseneintopf, den der vierte Zug der Feuerwehrbereitschaft II zubereitet hatte. (zäl)

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