Northeimer Pastor gestaltet Gottesdienst mit Comics von Luther

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Viele bunte Bilder: Pinsel-Theologe Hans Hentschel machte Appetit auf das Luther-Jahr 2017.

Northeim. Anstatt langer Reden schwang Pastor Hans Hentschel im Gemeindehaus der Northeimer St. Sixti-Kirchengemeinde lieber Stift und Pinsel, um die Geschichte der Reformation zu erzählen.

Mit ein paar Farbklecksen, dem schnellen Strich seines schwarzen Filzstifts und vielen Geschichten rund um den großen Reformator Martin Luther weckte der Theologe und Sonntagsmaler Hans Hentschel vor rund 60 Zuhörern im Gemeindehaus der Northeimer St. Sixti-Kirchengemeinde den Appetit auf das Lutherjahr 2017.

Genau unter diesem Aspekt hatte Northeims Superintendent Jan von Lingen seinen Kollegen, den Pastor, Superintendenten und Maler Hans Henschel aus Bramsche nach Northeim eingeladen.

Er möchte mit dieser und weiteren Veranstaltungen schon jetzt Lust auf das kommende Jubiläumsjahr machen, in dem die evangelische Kirche daran erinnert, dass Luther vor 500 Jahren seine 95 Thesen an das Schlosstor von Wittenberg schlug und damit eine jahrhundertealte Welt- und Glaubensordnung umkrempelte. Genau drei Bilder benötigte Sonntagsmaler Henschel, um die Lebensgeschichte von Martin Luther über sein Elternhaus in Mansfeld, seine Jahre auf der Wartburg, das Weltbild Luthers, die Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche, seine Erkenntnisse und die weitreichenden Folgen darzustellen.

Vorbereitet hatte er nur ein paar Farbkleckse, die er mit raschen Strichen im Stil des unvergessenen Oscars aus den Dalli-Dalli-Zeiten von Hans Rosenthal im ZDF Leben einhauchte.

Ausflüge in unsere Gegenwart fehlten dabei ebenso wenig wie selbstironische Einsprengsel aus dem eigenen Leben des 59-Jährigen. So verglich er beispielsweise die Praxis des Ablasshandels der katholischen Kirche mit dem heutigen Handel von CO2-Zertifikaten. Oder er erzählte, wie er sich während seines Studiums als Porträtmaler in Frankfurt/Main Geld verdiente: „Ich habe mich damals gewundert, wie schnell Menschen mit so wenig zufrieden sind.“

In seinem Beruf setzte er das Malen zuerst im Kindergottesdienst und im Konfirmandenunterricht ein, um seine Zuhörer zu fesseln. Pinsel-Predigten am Sonntag folgten. Inzwischen ist er zu einem Youtube-Star geworden und das Fernsehen hat ihn entdeckt. Seine zum Markenzeichen gewordene, rotkarierte Weste aus einer „Pferdedecke“ trug er allerdings bei seinem Northeimer Auftritt nicht. Da bevorzugte er Hemd und Pullover.

In der nächsten Veranstaltung der so genannten „SIXTI acts“ am Dienstag, 8. März, ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus erklärt der früherer leitende NDR-Redakteur Dr. Ralph Ludwig mit 95 Stichwörtern „Von A wie Ablass bis Z wie Zweifel“ die Reformation für Einsteiger.

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