Pensionär überquert zu Fuß die Alpen

Die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben: Rolf Huchthausen aus Langenholtensen bei seiner Alpenüberquerung. Im Juni folgt die dritte Etappe von Triest nach Verona. „Ich kann das nur jedem empfehlen!“

Langenholtensen. Ein Mann muss Ziele haben - die hat er: Rolf Huchthausen aus Langenholtensen hat sich auf den Weg gemacht, die zu Fuß Alpen zu überqueren.

Zwei Etappen hat er im vergangenen Jahr schon bewältigt, die dritte soll in diesem Jahr folgen. Danach will er es noch eine Nummer größer angehen. „Ich liebäugele schon seit geraumer Zeit mit dem Kilimandscharo!“

Der vor drei Jahren pensionierte Rektor der Rhumetalschule in Lindau ist ein begeisterter Sportler. Der Halbmarathon (21 Kilometer) war seine Disziplin, doch dann machte sein rechtes Knie Probleme - so eine Vorstufe der Arthrose. Aber damit wollte sich der Pädagoge nicht abfinden. Er begann mit einem gezielten Training im Fitnessstudio. „Es ist erstaunlich, was man damit erreichen kann“, macht er anderen Mut, denn heute ist er beschwerdefrei.

Gut vorbereitet 

Auf die Tour über die Alpen hat er sich natürlich intensiv vorbereitet. „Das geht nicht aus dem Stegreif.“ Seine wöchentlich zwei bis drei Termine im Fitnessstudio hat er strikt eingehalten, außerdem ist er im Vorfeld mehrere Male auf Norddeutschlands höchsten Berg, den Brocken (1142 Meter) im Harz, gekraxelt.

Das war natürlich nichts im Vergleich zu dem, was er sich im vergangenen Juni vorgenommen hatte. Die Tour von Oberstdorf nach Meran war 140 Kilometer lang. Es galt 1900 Höhenmeter zu überwinden, der höchste erklommene Gipfel maß 3020 Meter.

„Natürlich waren einige kritische Punkte dabei, aber es war einfach toll“, beschreibt Huchthausen seine Eindrücke. Vor allem das Genießen der Natur und die überwältigenden Aussichten entschädigten für so manche Strapazen. Er und weitere sieben Gruppenmitglieder unter Regie von Sepp (69) waren abends auf den angesteuerten Hütten beim Weißbier mächtig stolz über jede geschaffte Etappe, überwundene Klippen und wundervolle Gletscher.

Gelernt hat der Langenholtenser unterwegs sehr viel, zum Beispiel, dass auf so einer Tour gar nicht so viele Klamotten benötigt werden. Zwar war er auf Temperaturschwankungen zwischen plus 20 und minus vier Grad eingestellt, doch das funktioniert bestens mit geringerem Aufwand. „Bei meiner ersten Tour hatte ich 15 Kilo Gepäck dabei, bei der zweiten von Bozen nach Triest waren es nur noch neun Kilo. Man muss ja alles schleppen!“

Traum vom Kilimandscharo 

Für Huchthausen waren die beiden Touren Erlebnis pur und Ansporn zugleich. Jetzt freut er sich auf die dritte Etappe, die voraussichtlich im Juni von Triest nach Verona führt. Angemeldet hat er sich zwar noch nicht, aber dass er dabei ist, steht für ihn felsenfest.

Darüber hinaus hat er einen weiteren großen Traum. Der ist 5895 Meter hoch, heißt Kilimandscharo und ist das höchste Bergmassiv Afrikas. Den Berg in Tansania zu erklimmen traut sich der Langenholtenser ohne weiteres zu. Schwierigkeiten erwartet er nur, weil die Luft dort oben immer dünner wird. „Aber auch das werde ich schaffen“, schwärmt er schon jetzt von dieser Herausforderung.

Von Hans-J. Oschmann

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