Bebauungsplan für Gelände am Autohof liegt öffentlich aus

Pferdemarkt in Northeim: Baustart im Herbst?

Hier soll der Pferdesportfachmarkt entstehen. Auf dem Bild ist die Fläche als grünes Feld an der in Umbau befindlichen Autobahn zu sehen. Rechts unten im
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Hier soll der Pferdesportfachmarkt entstehen. Auf dem Bild ist die Fläche als grünes Feld an der in Umbau befindlichen Autobahn zu sehen. Rechts unten im

Die Realisierung des Plans der bundesweit agierenden Firma Krämer, einen Pferdesport-Fachmarkt am Autohof an der Autobahnabfahrt Nordheim-Nord zu bauen, rückt näher.

Northeim - Entstehen soll dort mutmaßlich ab Herbst dieses Jahres ein 1200 Quadratmeter großer Fachmarkt mit Stellplätzen und Garagen sowie einen angegliederten Reitplatz zum Ausprobieren beispielsweise von Sätteln. Ein von der Autobahn gut sichtbarer, 29 Meter hoher Werbepylon soll auf den Fachmarkt hinweisen, so wie das auch an anderen, stets autobahnnahen Standorten der Firma Krämer der Fall ist.

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Northeim hatte kurz vor Weihnachten dem Bebauungsplanentwurf für das Projekt und auch der Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt.

Mit dieser Zustimmung beginnt nun am 13. Januar die öffentliche Auslegung der Planung. Die Unterlagen können dann bis zum 15. Februar auf der Internetseite der Stadt Northeim unter northeim.de/wirtschaft-bauen/stadtplanung-stadtentwicklung/bebauungsplaene.html eingesehen werden.

Nach nochmaliger Beratung im Bauausschuss soll der Northeimer Stadtrat sowohl die Pläne mit dem Namen „Pferdesportfachmarkt“ in seiner Sitzung am 29. April endgültig verabschieden.

Bereits im vorigen Jahr hatte der Verwaltungsausschuss beschlossen, dass die Stadt Northeim die Kosten für das Bauleitplanverfahren übernimmt. Das sind rund 36 000 Euro. Diese Entscheidung beruht laut Stadtverwaltung auf der Tatsache, dass der Investor des Pferdesportmarkts bereits schon einmal 2015 komplett sein Vorhaben auf einer Fläche unterhalb des Helios-Krankenhauses geplant und dafür entsprechende Kosten hatte.

Das Areal unterhalb der Klinik ist dann aber nicht zum Tragen gekommen. Grund: Dort waren nach geltender Bauleitplanung nur gesundheitsnahe Bauvorhaben erlaubt. Es gab Proteste aus den Reihen des Rates und auch einen Einspruch unter anderem von der Klinik.

Als Alternative hatte die Verwaltung daraufhin zuerst ein gegenüberliegendes Grundstück, auf der anderen Seite der Bundesstraße 3, angeboten. 2018 kam schließlich erstmals das Privatgrundstück direkt an der Autobahn 7 als Hinterlieger des Autohofgeländes ins Gespräch. Auf diesem will die Firma Krämer nun auch bauen. Das Unternehmen rechnet mit einer Baugenehmigung für September.

Zufahrt über Autohof

Die Zufahrt zum insgesamt 12 000 Quadratmeter großen Baugrundstück an der Autobahn wird über die Zufahrt des Northeimer Autohofgeländes erfolgen.

Dafür müsse laut Stadt auch noch ein Werbepylon versetzt werden. Und dazu wiederum sei parallel die Änderung des benachbarten Bebauungsplans „Rast- und Servicecenter Northeim“ nötig. Auch diese Änderung habe der Verwaltungsausschuss der Stadt Northeim in seiner Sitzung am 21. Dezember auf den Weg gebracht.

Die Kosten für naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen, die Voraussetzung für die Bewilligung des Bebauungsplans für den Neubau des Reitsportfachmarkts sind, werden laut Stadtverwaltung Northeim vom Investor getragen.

Man sei mit allen betroffenen Personen im intensiven Austausch, um den Zeitplan für die Ansiedlung des Pferdesportfachmarktes aufrecht zu erhalten, heißt es von der Stadtverwaltung.

Der Investor des Pferdesportfachmarkts rechne bis Ende 2021 mit einer Baugenehmigung für sein Vorhaben, sodass dann zeitnah auch mit dem Bau begonnen werden könne.

Gutachten fertig

Im Vorfeld der Erstellung des Bebauungsplans hat es bereits eine Reihe von Fachgutachten gegeben, so etwa ein Verkehrsgutachten zumal täglich 500 Fahrzeugbewegungen zu und vom Fachmarkt zu erwarten sind. Auch eine Schallschutzexpertise sowie Gutachten über Auswirkungen auf Flora und Fauna sind bereits fertig. Sie ergaben keine wesentlichen Einschränkungen. Als externe Ausgleichsfläche für versiegelte Flächen soll aber ein 4800 Quadratmeter großes Areal nordwestlich von Hammenstedt als „feuchte Hochstaudenflur“ eingerichtet werden.

Auch Auswirkungen des Fachmarktes auf bestehende, ähnliche Fach-Geschäfte in der Region, etwa in Seesen wurden geprüft. Laut Gutachter gebe es keine existenzbedrohenden Auswirkungen. Ein Reitsportgeschäft in der Stadt Northeim (Wolfshof) habe 2019 geschlossen.

36 Megastores in Deutschland

Die Firma Krämer mit Sitz in Hockenheim betreibt deutschlandweit 36 sogenannte „Megastores“ für Pferdsportartikel. In Österreich sind es vier Megastores und auch in der Schweiz gibt es Filialen. Dass Unternehmen beschäftigt über 1000 Mitarbeiter. Pro Ansiedlung entstehen durchschnittlich etwa 20 neue Arbeitsplätze an jeweiligen Standort. Die Northeim am nächsten liegenden Stores befinden sich in Braunschweig und Kassel-Lohfelden. (Axel Gödecke)

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