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Photovoltaik-Anlage an Autobahn bei Northeim könnte Strom für 18.200 Haushalte produzieren

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Von: Niko Mönkemeyer

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Blick aus der Vogelperspektive auf Felder an einer Autobahnauffahrt
Diese dreieckige Fläche sollte nach Ansicht des Höckelheimer Ortsrates weiterhin als Acker genutzt werden können und nicht für die geplante Photovoltaikanlage genutzt werden. © HUBERT JELINEK

Der Fachausschuss hat grünes Licht für 41 Hektar große Photovoltaikanlage bei Höckelheim gegeben.

Höckelheim – Wenn alles so läuft, wie sich das die Investoren vorstellen, könnte die in der Gemarkung Höckelheim geplante Photovoltaik-Anlage (wir berichteten) bereits im Frühjahr 2024 ans Netz gehen und dann pro Jahr so viel Strom einspeisen, wie 18 200 private Haushalte verbrauchen. Der Northeimer Ausschuss für Stadtentwicklung, Klimaschutz und Mobilität sprach sich in seiner jüngsten Sitzung mit knapper Mehrheit für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans aus, nachdem das Projekt auch vom Ortsrat Höckelheim grundsätzlich befürwortet worden war.

Die Anlage soll auf 41 Hektar Ackerfläche östlich der Autobahn entstehen, wobei der Ortsrat Höckelheim lediglich hinsichtlich der Nutzung einer Teilfläche, die sich im Bereich der Autobahnauffahrt befindet, Bedenken hat. Grund dafür ist, dass ein örtlicher Landwirt bei einer Einbeziehung dieser Fläche auf rund zehn Hektar seiner Ackerfläche verzichten müsste.

Eine vom Ortsrat Höckelheim vorgeschlagene alternative Ackerfläche nördlich des angedachten Areals kommt nach Einschätzung des Hamburger Unternehmens Solizer, das die Anlage bauen möchte, allerdings nicht infrage. In der Sitzung machten Vertreter des Unternehmens deutlich, dass eine Flächenreduzierung möglicherweise das gesamte Projekt unwirtschaftlich machen könnte. Sie betonten, dass man mit dem Landwirt, der diese Fläche gepachtet habe, bereits in Gesprächen sei, um eine Lösung für das Problem zu finden.

Ausschussmitglied Eckhard Ilsemann (FDP) monierte, dass der Einwand des Höckelheimer Ortsrates in der Beschlussvorlage der Verwaltung nicht als alternative Abstimmungsvariante berücksichtigt worden sei. Sein Antrag, über den Wunsch des Höckelheimer Ortsrates daher gesondert abzustimmen, fand allerdings keine Mehrheit.

Aus Reihen der Ausschussmitglieder wurde Kritik geäußert, wonach durch die Realisierung der PV-Anlage wertvoller Ackerboden verloren gehe, der in der aktuellen weltpolitischen Lage dringend für die Produktion von Nahrungsmitteln benötigt werde. Der Investor wies diese Kritik mit dem Hinweis darauf zurück, dass man sich bei der Auswahl des Standorts auf die sogenannten weißen Flecken konzentriert habe, die weder aus Gründen des Naturschutzes noch in Bezug auf ihre Qualität als Ackerfläche als besonders schützenswert gelten.

Außerdem gab er zu bedenken, dass auf einem Großteil der Ackerflächen aktuell in Deutschland keine Nahrungsmittel, sondern Substrate für Biogasanlagen produziert würden. Diese seien aber, was die Stromausbeute pro Hektar angehe, längst nicht so leistungsfähig wie moderne PV-Anlagen. Ein Verzicht auf noch mehr Biogasanlagen und der verstärkte Ausbau von Photovoltaik könne daher sogar dafür sorgen, dass künftig sogar mehr Ackerfläche für die Nahrungsproduktion zur Verfügung stehen könnte.

Auch dem Vorschlag, die vielen Wasserflächen in der Region zu nutzen, um dort schwimmende PV-Anlagen zu installieren, wie das teilweise in Holland praktiziert werde, erteilten die Firmenvertreter eine Absage. Das sei viel zu aufwendig und angesichts der zur Verfügung stehenden Flächen auch gar nicht nötig.

Einig waren sich alle Beteiligten darüber, dass sich mit dem Bau der PV-Anlage das Thema Vorrangfläche für Windkraft zumindest östlich der Autobahn auf Höckelheimer Gebiet, wie es im noch nicht verabschiedeten Regionalen Raumordnungsprogramm derzeit vorgesehen ist, erledigt hätte. (Niko Mönkemeyer)

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