Debatte um Ausweisung von Naturschutzgebieten

Pilzesammeln soll in den Wäldern des Sollings weiter möglich sein

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Buchenwälder prägen den Solling.

Northeim – „Es wird auch weiterhin möglich sein, in ausgewiesenen Naturschutzgebieten Pilze zu sammeln.“ Damit tritt der Landkreis als untere Naturschutzbehörde Befürchtungen im Zusammenhang mit der geplanten Ausweisungen von Naturschutzgebieten im Solling entgegen.

Nach den Worten von Ralf Buberti, Dezernent für Bauen und Umwelt des Landkreises, soll es in noch auszuweisenden Naturschutzgebieten kein generelles Betretungsverbot geben. „Es dürfen weiterhin alle Wege im Naturschutzgebiet betreten werden“, betonte Buberti. Ein Verbot soll es lediglich für besonders zu schützenden Flächen geben. Dies sei nur ein kleiner Anteil der gesamten Fläche der jeweiligen Naturschutzgebiete. „Pilze sammeln wird daher in den überwiegenden Teilen der Naturschutzgebiete erlaubt bleiben.“

Ralf Buberti, Dezernent Bauen und Umwelt des Landkreises Northeim

Außerdem erklärte Buberti, dass auch die Interessen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur bei der Schutzgebietsausweisung berücksichtigt werden. Ob der Zeitplan, die Naturschutzgebiete bis zum 15. Juli auszuweisen, gehalten werden kann, ist laut des Dezernenten wegen der Corona-Pandemie nicht sicher. Derzeit fänden ja keine Sitzungen der Kreisgremien statt. In jedem Fall werde es keine Neuausweisung ohne Beteiligungsverfahren der Bürger geben.

Die BUND-Kreisgruppe Northeim kritisiert, dass die noch nicht unter Schutz gestellten FFH-Gebiete erst jetzt Naturschutzgebiete werden sollen. Die Gebiete, so Jürgen Beisiegel von Kreisgruppe, hätten bereits vor zehn Jahren unter Schutz gestellt werden müssen. Dass vor zwei Jahren vom Landkreis als Unterer Naturschutzbehörde vorlegte Schutzgebietsentwürfe nicht umgesetzt worden seien, sei das Ergebnis der Kreistagsmitglieder Dr. Christian Eberl (FDP, Fortwirtschaft) und Bernd von Garmissen (CDU, Landwirtschaft), die entsprechenden Lobbyarbeit geleistet hätten.

Jürgen Beisiegel,  BUND-Sprecher

Das von Eberl als Argument gegen die Schutzgebiete vorgebracht Betretungsverbot nannte Beisiegel populistische Stimmungsmache. Sollen doch nach seinen Worten von den Sollingwäldern mit einer Gesamtfläche von rund 45 000 Hektar nur rund 4000 Hektar Naturschutzgebiete werde. Die Natur brauche Räume für eine ungestörte Entwicklung, betonte der BUND-Vertreter.

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