Pläne für Mehrzweckhallen-Neubau sind unzulässig

Neubauplan: So sollte der Neubau sich in das Umfeld einpassen. Die gestrichelte Linie zeigt den Grundriss der alten Halle. Foto: Rampfel/nh, Grafik: Mönkemeyer

Höckelheim. Ein vergrößerter Neubau der Mehrzweckhalle wäre laut Kreisverwaltung wegen der Lage im Überschwemmungsgebiet nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich.

„Vom Grundsatz her ist die im Ortsrat vorgestellte Planung unzulässig“, erklärte Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer. Um diese Ausnahmegenehmigung zu erhalten, müsste ein so genanntes Unschädlichkeitsattest erstellt werden. Dies beinhaltet, dass der durch den Bau verursachte Verlust von Überflutungsflächen im Dorf durch Abgrabungen an anderer Stelle kompensiert wird. Außerdem darf der „abflusswirksame Bereich“ nicht eingeschränkt und Dritte dürfen durch die bauliche Erweiterung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die für eine Prüfung erforderlichen Antragsunterlagen lägen dem Landkreis noch nicht vor. Allerdings habe es mit der Stadt Vorgespräche gegeben.

Die Stadt Northeim rudert unterdessen zurück. Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser räumte ein, dass der mit der Planung betraute Arbeitskreis das ausgewiesene Überschwemmungsgebiet nicht berücksichtigt habe. Der Entwurf sei zwar gut, funktioniere so aber nicht. „Er muss jetzt abgeschliffen werden.“

Seiner Einschätzung zufolge sei für diese Planung sogar ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, das den Bau unnötig in die Länge ziehen würde. Er habe inzwischen darum gebeten, eine weitere Planung zu entwickeln. Außerdem forderte er, dass alle Beteiligten aufeinander zugehen.

Nach der Vorstellung einer Alternativplanung durch Anwohner des Mehrzweckhallengeländes (wir berichteten) befasste sich der Ortsrat von Höckelheim jetzt in einer internen Arbeitsbesprechung mit dem Thema. Einzelheiten wollte Ortsbürgermeister Ludwig Binnewies daraus nicht nennen.

Binnewies bezeichnete den in der öffentlichen Ortsratssitzung vorgestellten Entwurf als „eine Idealplanung“, von der „vielleicht Abstriche“ gemacht werden müssten. Ziel des Ortsrats sei es, mit der neuen Halle die Anforderungen der Ortschaft und der Grundschule zu erfüllen. „Wir wollen sie langfristig als Ganztagsschule erhalten.“

Klage nicht ausgeschlossen

Zum Zeitplan sagt er, dass die Planungen in einer gemeinsamen Sitzung des Ortsrates, des städtischen Schulausschusses sowie des Bau- und Planungsausschusses am 19. Mai weiter behandelt würden.

Bürger hatten die vom Ortsrat favorisierten Wiederaufbaupläne wiederholt kritisiert. Rund 40 haben sich inzwischen in der Initiative „Wir für das Dorf“ organisiert. Sie sehen unter anderem den Hochwasserschutz als nicht gewährleistet an.

Mit Bezug auf die letzte große Überflutung 1998 schätzen sie ein, dass der auf einem nur 16 Zentimeter hohen Sockel geplante Neubau nicht hochwassersicher und der Abfluss des Wassers nicht gewährleistet sei. Anwohner schließen inzwischen nicht mehr aus, wegen der möglichen Auswirkungen gegen die Pläne zu klagen, sollten sie sich konkretisieren. Ihre Alternativplanung wollen sie jetzt mit Aushängen auf Privatgrundstücken den Bewohnern näher bringen. (zhp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.