Lebensgefährliche Verfolgungsjagd

Pole in Northeim verurteilt: Haft für skrupellose Flucht auf Autobahn

ARCHIV - 12.04.2018, Schleswig-Holstein, Kiel: Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht (Foto mit Zoomeffekt).dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
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Eine lebensgefährliche Verfolgungsjagd mit der Polizei hat einem 23 Jahre alten Polen eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten eingebracht.

Das Northeimer Schöffengericht unter dem Vorsitz von Dr. Martin Rammert entzog dem Angeklagten ferner für drei Jahre den Führerschein.

Darüber hinaus wartet auf den Mann noch ein Prozess in den Niederlanden wegen des mutmaßlichen Autodiebstahls eines teuren SUV, mit dem er sich am 28. September 2019 auf der Autobahn 7 eine hollywoodreife Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert hatte. Ein entsprechender Auslieferungsantrag liegt den Behörden vor.

Der junge Mann kam zur Verhandlung in Handschellen, begleitet von zwei trainierten Justizbeamten. Äußerlich eher harmlos wirkend, wurde jedoch schnell deutlich, dass er mit äußerster Rücksichtslosigkeit vor der Polizei geflohen ist.

Der Angeklagte war mit dem gestohlenen Audi Q7 unterwegs, als die hessische Polizei die Nachricht von seiner Ortung erhielt. Das GPS-Signal eines Sendegeräts war aufgefangen worden, dass in dem Fahrzeug eingebaut war.

Als der 23-Jährige bemerkte, dass die Polizei hinter ihm her war, drückte er sofort aufs Gas und produzierte eine Spur der Verwüstung. Die in Hessen begonnene Verfolgungsjagd führte bis nach Niedersachsen. Erst in Höhe der Abfahrt Echte konnte der Mann durch einen künstlichen Stau gestoppt werden.

Die Verfolgungsjagd räumte der Angeklagte ein, mehr aber auch nicht. Er sagte, er habe das Auto für 500 Euro in den Raum Berlin bringen sollen.

Über den Diebstahl und seine Hintermänner wollte er partout keine Angaben machen. Auf die Frage seines Pflichtverteidigers, ob er Repressalien befürchte, antwortete er mit einem Ja.

Mit dem Urteil von zwei Jahren und fünf Monaten ging das Schöffengericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Sie hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten gefordert und eine Führerscheinsperre von einem Jahr und neun Monate.

Strafmildernd wertete das Gericht, dass der ledige Mann, der nach dem Verlassen der Schule ohne Abschluss als Koch gearbeitet hatte, nicht vorbestraft war. Aber, so sagte Richter Rammert dem Angeklagten: „Dass Sie nichts über ihre Hintermänner gesagt haben, haben wir nicht zu Ihrem Vorteil gewertet.“ Er erhofft sich von dem Urteil eine abschreckende Wirkung.

Auch Streifenwagen gerammt

Bei der Verfolgungsjagd rammte der Angeklagte einen Streifenwagen, sodass ein Schaden von 26 000 Euro entstand. Weitere Schäden entstanden unter anderem an einem unbeteiligten Wohnmobil und einem weiteren Auto. Ein Polizist in einem Zivilfahrzeug der Polizei konnte im letzten Moment noch ausweichen, um nicht von dem 23-Jährigen gerammt zu werden. Verletzt wurde bei der Flucht des Mannes niemand.

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