Aufklärungsaktion gestartet

Polizei Northeim warnt: Fahrerflucht ist Straftat

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Ärgerlich: Der Halter dieses Autos wurde Opfer einer Fahrerflucht auf einem Supermarktparkplatz. Auf den geschätzten Reparaturkosten von 4700 Euro bleibt er sitzen. Auf solche Fälle macht Verkehrssicherheitsberaterin Simone Köhler, die hier vor dem Unfallauto steht, aufmerksam. Foto: Melanie Zimmermann

Northeim. Die Polizei in Northeim will der steigenden Zahl von Fahrerfluchten nach Blechschäden im Landkreis entgegenwirken.

Kurz beim Ausparken nicht aufgepasst, schon ist es passiert: Das Nachbarauto ist getroffen und der Halter weit und breit nicht zu sehen. Doch auch bei großer Eile ist Unfallflucht keine Alternative. 

Polizeikommissarin Simone Köhler, Teil des Präventionsteams, macht gemeinsam mit der Aktion „Rummss!!!“, der Landesverkehrswacht Niedersachsen, auf dieses Thema aufmerksam.

Bei fast jedem fünften Unfall kommt es inzwischen zur Fahrerflucht. Alleine im Kreis Northeim wurden im vorigen Jahr 315 solcher Unfälle aufgenommen, von dennen 126 aufgeklärt werden konnten. Die Anzahl an Fahrerfluchten in Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Waren es 2007 noch 39 818, wurden zehn Jahre später schon 49 913 Fälle gemeldet.

Richtiges Verhalten

Doch wie verhält man sich richtig? Simone Köhler erklärt, dass ein Zettel an der Scheibe nicht ausreicht. Zuerst solle eine angemessene Zeit, mindestens 30 Minuten, auf den Geschädigten gewartet werden. Sollte dieser dann nicht angetroffen werden, sollte man die 110 wählen. Die Polizei nehme den Unfall auf und ermittele den Halter des Fahrzeugs.

Nur so mache sich der Unfallverursacher nicht strafbar. Fahrerflucht sei eine Straftat und könne eine Geldstrafe, Punkte in Flensburg und sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren nach sich ziehen, sagt Köhler.

Kleinste Hinweise helfen

Entstehe am Auto des Geschädigten ein Schaden von mehr als 1500 Euro und der geflüchtete Verursacher werde ermittelt, werde der Führerschein entzogen und sei nur nach Bestehen einer „kostenintensiven“ Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) wiederzuerlangen.

Auch Zeugen sind aufgerufen die Polizei zu informieren. Fahrzeugfarbe, Marke oder Modell sowie Einzelteile des Kennzeichens sind für die Polizei von großer Hilfe. „Ein Zettel an der Windschutzscheibe muss nicht die richtige Adresse beinhalten.“, merkte Simone Köhler an, daher seien Anhaltspunkte von Zeugen wichtig. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 110 entgegen. Weitere Informationen zur Initiative gibt es auf der Website der Verkehrswacht Niedersachsen www.landesverkehrswacht.de.

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